Tafel erhält zeitlich begrenzten Mietzuschuss / Jährlich neuer Antrag nötig

„Falsche Zeit für Geschenke“

Alle drei Wochen wird die alte Molkerei an der Stendaler Straße zum Sammelpunkt für bedürftige Tangermünder. Bei den Stadträten beantragten die Betreiber einen Mietzuschuss von 100 Euro, der rückwirkend für Juli bis Dezember 2012 bewilligt wurde. Foto: Wagner

Tangermünde. Uneinigkeit herrscht derzeit bei den Tangermünder Stadträten, wenn es um die Unterstützung der Tafel in der Elbestadt geht.

Mit 17 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen entschieden die Stadtväter zumindest, dass die Tafel rückwirkend von Juli bis Dezember 2012 mit monatlich 100 Euro unterstützt werden soll.

Bereits im vergangenen Hauptausschuss stieß die Bitte des Gutes Priemern, Tochter des Paritätischen, als Träger der Tafel, auf Unverständnis bei einigen Stadträten. „Wir befinden uns in der Konsolidierung, die Unterstützung ist eine höchst freiwillige Aufwendung für die Stadt. Andere könnten dann auch schnell auf Unterstützung spekulieren“, gab Dr. Rudolf Opitz, Bürgermeister, zu bedenken. Und: „Mit der Kreisumlage ist eigentlich der Landkreis für soziale Dinge verantwortlich.“

Von der Verwaltung bekamen die verantwortlichen Mitarbeiter der Stendaler Tafel einige Angebote, die mietfrei hätten überlassen werden können. Unter anderem wurde der Grete-Minde-Saal angeboten. „Aus verschiedenen Gründen wurden diese Angebote nicht angenommen“, informierte Ordnungsamtsleiterin Birgit Herzberg. Die neue Bleibe der Tafel, die alle drei Wochen ihre Türen für Bedürftige öffnet, befindet sich in der alten Molkerei an der Stendaler Straße. Die Betriebskosten werden derzeit vom Vermieter übernommen.

Günter Rettig, Ortsbürgermeister von Buch, regte eine Sponsorensuche seitens der Tafel an. „Die Unterstützung sollte jedes Jahr neu beantragt und entschieden werden“, verlangte Rettig. Daher beschlossen die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung den Mietzuschuss für das laufende Jahr.

Einigen von ihnen stieß es sauer auf, dass einfach Räume angemietet wurden und dann Hilfeleistungen angefragt wurden. Auch Stadtrat Erik Weber tat seinen Unmut schon im Hauptausschuss kund: „Wir sind in der falschen Zeit, um Geschenke zu verteilen. Am Mittwoch unterstrich er seine Meinung: „Ich habe erhebliche Bauchschmerzen. Schließlich diskutieren wir auch über die Finanzierung unserer Sportstätten.“ Für den Haushalt 2013 müssen die Stadträte erneut entscheiden, ob sie die Tafel unterstützen.

Von Berit Wagner

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