Schülerin sagt Goodbye Deutschland

Ex-Bürgermeister bei "Bares für Rares": Den Elbestädtern gehört die Bühne

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Altmärker haben Rares und wollen Bares: Dr. Rudolf Opitz (r.) und Sohn Sebastian stehen in Köln vor der Kamera. Die Sendung flimmert Historienfans ins Zimmer.

Tangermünde – „Wir Tangermünder lieben das Showbiz“, sagt Dr. Rudolf Opitz und lacht herzhaft. Nein, nein, für ihn gelte das natürlich nicht unbedingt.

Während die 18-jährige Elbestädterin Laura Müller mit ihrer Beziehung zum Schlagersänger Michael Wendler für Schlagzeilen sorgt, hat es der frühere Bürgermeister in die ZDF-Sendung „Bares für Rares“ geschafft.

„Ein tolles Erlebnis. Gefakt ist dort nichts, auch wenn das immer wieder behauptet wird“, schwärmt Opitz im Gespräch mit der AZ. Das Album mit historischen Fotografien und Postkarten konnte er für immerhin 120 Euro verkaufen. „Damit war und bin ich immer noch zufrieden. Auch die Expertise ging in diese Richtung. “.

Das Album gehörte ursprünglich einem Oberstabsarzt. „Datieren lässt sich alles so um 1860.“ Der Militärarzt reiste in dieser Zeit viel, nicht nur durch Deutschland, auch durch Frankreich, die Schweiz und weitere Länder. Aufnahmen aus Tangermünde oder anderen altmärkischen Städten gehören nicht zur Sammlung. Dafür zum Beispiel eine aus Köln, die den Dom zeigt. „Der Bau hatte da noch keine Spitzen, die kamen erst einige Jahre später drauf.“ Experte Detlev Kümmel habe sich durchaus beeindruckt gezeigt. „Auch wenn er natürlich schon ganz andere Dinge gesehen hat, klar.“ Moderator Horst Lichter sei übrigens auch dann eine recht unterhaltsame Type, wenn die Kamera aus ist.

Im Juli 2018 ging es nach Köln, wo einige der Motive aus dem Album zu finden sind. Nach der Anmeldung hatte Opitz etliche Monate auf die Einladung warten müssen. „Die Sendung ist eben beliebt, ja schon fast Kult.“ Mit Sohn Sebastian trat er vor die Händler und bat um ein Gebot. Die Sendung wurde das erste Mal im November ausgestrahlt.

Der Auftritt der Altmärker gelangte zudem in den Zusammenschnitt unter dem Titel „Lieblingsstücke“, der erst kürzlich das erste Mal zu sehen war. Wer das Album erstehen würde, sei ihm ziemlich egal gewesen. Aber viel mehr zum Ablauf verraten wolle er auch nicht. Schließlich würden die Ausgaben regelmäßig auf ZDF und ZDF-Neo wiederholt. „Ein wenig Spannung, für jene, die es noch nicht gesehen haben, muss ja auch sein.“

Wie das durchaus begehrte Album in die Familie des einstigen Bürgermeisters gelangte, ist eine längere Geschichte. Sein Großvater trug denselben Vor- und Nachnamen, nur der Doktortitel fehlte. Ziemlich schlau muss der Vorfahre dennoch gewesen sein, war er doch Lehrer. Opitz spricht von ihm in Hochachtung. Kurzum: „Beide Männer kannten sich gut und schätzten einander. Nach dem Tod des Arztes erbte mein Großvater das Buch.“ Das Album wanderte durch die Jahre und Generationen, nun sollte und durfte es weg. „Und ich hatte mit Sohn und Frau einen interessanten und vergnüglichen Tag.“ Dass es Menschen ins Fernsehen ziehe, könne er verstehen. „Dauergast will ich aber auch nicht sein.“

In Sendungen mit Stars und Sternchen sind der Wendler und seine Laura seit Tagen Thema Nummer eins.

Natürlich habe er von Berufsschülerin Laura und ihrer Liebesgeschichte gehört. „Ich kenne weder sie noch ihre Familie persönlich. Doch klar schaut man einmal mehr im Fernsehen hin, weil es um eine Tangermünderin geht.“ Die Vox-Sendung „Goodbye Deutschland“ am Montag sollen mehr als eine Million Leute gesehen haben. Schon davor machten vor allem auch andere Privatsender die Beziehung zwischen der Altmärkerin und dem 28 Jahre älteren Künstler („Sie liebt den DJ“) zum Thema. Im Juni 2017 trat Wendler beim Rolandfest in Stendal auf. Schon damals wollte sie ihrem Star nah sein und bat diesen um ein Selfie. Inzwischen scheint sie beim Sänger in den USA eingezogen zu sein.

Laura Müller (l.) noch vor einigen Wochen unterwegs in ihrer Heimatstadt Tangermünde.

„Für ein junges Mädchen ist es sicherlich interessant, mit einem Promi an der Seite durch die Welt zu reisen“, will sich der Ex-Bürgermeister kein allzu großes Urteil erlauben. „Doch Künstler führen nun einmal ein recht unstetes Leben, auf Dauer könnte das schwierig werden. Ein anderer Mann passt da vielleicht besser.“

Dass die junge Frau tatsächlich ihre Schulausbildung in Stendal abbrechen möchte, will der Kommunalpolitiker nicht glauben. „Doch das und alles, was noch kommen mag, ist allein ihre Entscheidung.“ Dass so mancher über die sozialen Medien seinen Senf dazugibt, gehöre offenbar ein Stück weit zum Spiel dazu. „Verletzend und beleidigend sollte kein Kommentar ausfallen.“

VON MARCO HERTZFELD 

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