Händlerinitiative Tangermünde

Hansering steht in den Startlöchern

Eine historische Häuserzeile mit Autoverkehr.
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Kleinod Tangermünde: Wie kann die altehrwürdige Hanse- und Kaiserstadt noch attraktiver für Einwohner und Touristen werden? Der Hansering diskutierte einige neue Ideen, die aber noch konkretisiert werden müssen.
  • VonGünther Krach
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Die Corona-Pandemie zog nicht nur wochenlange Geschäftsschließungen nach sich, sie verhinderte auch Beratungen des Hanserings, einer zirka 30-köpfigen Vereinigung von Händlern und Gewerbetreibenden, vorrangig aus der Tangermünder Innenstadt. Knapp zwei Dutzend Mitglieder trafen sich nun am Dienstagabend im Hotel „Schwarzer Adler“.

Tangermünde – Neben einem Rückblick auf die vergangenen Monate sollte es eine Vorstellung des mehr als 50-seitigen Tourismus- und Marketing-Konzeptes der Stadt geben, wurde der alte Gedanke einer autofreien Einkaufsstraße aktiviert und schließlich über noch machbare Veranstaltungen in diesem Jahr diskutiert. Der Rückblick auf Aktivitäten im vergangenen Jahr konnte wegen der Pandemie nur dürftig sein. Veranstaltungen gab es trotz umfangreicher Werbung keine. Sie wurden nach und nach nicht zugelassen. „Frank Döbbelin versuchte als „Vermittler“ mit einer Telefon-Hotline Einkaufswünsche bei verschiedenen Händlern, die ihre Geschäfte geschlossen hatten, zu erfüllen, was in einigen Fällen gelang“, erinnerte Hansering-Vorsitzende Regine Schönberg. „Insgesamt war es ein sehr schlechtes Jahr für uns alle“, schloss sie.

Sie brennen für Tangermünde, sonst würden sich die Mitglieder des Hanserings sicherlich nicht so engagieren. Am Dienstag trafen sie sich erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu einem Erfahrungsaustausch und zur Abstimmung erster Termine.

Eine Analyse des Konzeptes, die Ziele und Strategien, die Positionierung dazu, Projekte und Maßnahmen dafür, sollten im Mittelpunkt der Diskussion stehen, aber dazu kam es nicht. Döbbelin stellte noch die Frage, was wollen wir eigentlich erreichen mit dem Konzept, was ist unser Leitfaden? Er hatte mit der Möglichkeit, Handwerkskunst in ungenutzten Schaufenstern auszustellen, um die Innenstadt für Gäste noch interessanter zu machen, auch wieder eine neue Idee, aber da meldete sich Stadtrats- und Landtagsmitglied Thomas Staudt mit der Aussage: „Das Konzept ist gut, die Realisierung bisher schlecht“, was er dann auch begründete. „Wir als Ehrenamtliche allein können das Konzept nicht mit Leben erfüllen, dazu bedarf es mindestens eines hauptamtlichen Profis, dem dafür auch Geld zur Verfügung steht, was schon früher und jetzt schon gar nicht, vorhanden ist“, sagte er. Damit war eine weitere Diskussion über das Konzept fast unmöglich. Schönberg versuchte mit einer neuen Idee, die vom „digitalen Stadtgutschein“, den jeder Händler oder Gewerbetreibende an potentielle Käufer vergeben kann, die Diskussion anzuschieben, was aber nicht gelang, zumal diese Idee noch nicht ausgereift schien. Man entschied sich, der Stadtverwaltung diese Aufgabe anzutragen. Sie soll Interessenten für den „Gutschein“, auch aus der Wirtschaft, einladen.

Nicht viel besser lief die Diskussion über eine autofreie Einkaufsmeile, konkret die Lange Straße, eine immer wieder diskutierte Variante zur Verkehrsberuhigung, oder mehr. Timo Schönwald hatte die Idee aus einer Diskussion mit anderen Stadträten mitgebracht, die das für möglich halten. „Das wäre zwar ein langer und komplizierter Prozess, der, wenn viele Beteiligte zu Kompromissen bereit wären, auch realisierbar ist“, sagte er, aber die anschließende Diskussion vermittelte ein anderes Bild. Denn die Innenstadthändler glauben nicht, dass das möglich ist. Nicht nur, dass sie weniger Umsatz machen würden, die Parksituation in anderen Straßen würde sich verschärfen. Was ist mit den Bewohnern der Straße und Lieferfahrzeugen und Reisebussen? Es blieben offene Fragen. Quintessenz war, dass „Umfragen mit allen Anliegern, auch Bürgern, gemacht werden sollen, die aber möglichst nur auf eine verkehrs-beruhigte Einkaufsmeile hinauslaufen sollten“, war der Wunsch der Anwesenden. Staudt schlug noch eine Pkw-loses Probe-Wochenende vor.

Abschließend wurden noch mögliche Veranstaltungen des „Hanserings für das zweite Halbjahr diskutiert, die wegen der unklaren Entwicklung der Pandemie aber für unwahrscheinlich gehalten werden. Das trifft sowohl für die Veranstaltung „Vollmond-Flair“ (schon am 23. Juli), den „Lichterlauf“, das Burgfest, das „Kürbisfest“ (16. Oktober) und sogar den Weihnachtsmarkt zu. Große Hoffnungen gibt es indes für die Durchführung des „Töpfermarktes“, der wieder auf der weitläufigen Hafenpromenade stattfinden könnte. Aber auch ein abgespecktes Burgfest wurde angedacht. Anträge für offene Geschäfte am Sonntag im Oktober und Dezember sollen bei der Stadtverwaltung schon mal gestellt werden.

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