„Tante Emma“ auf dem Zettel

Einkaufsladen soll historisches Zentrum attraktiver machen

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Leer stehende Geschäfte und Wohnungen finden sich auch einige in der Tourismusstadt Tangermünde.

Tangermünde – „Ein kleiner Nahversorger hätte sicherlich noch irgendwo Platz.“ Vielleicht an der Langen Straße, an der Kirchstraße oder zumindest ganz in der Nähe. Tangermündes Bürgermeister kann sich für die Innenstadt ein passendes Geschäft sehr gut vorstellen.

Ein bisschen mehr als ein Tante-Emma-Laden sollte es schon werden. „Die Verkaufsfläche darf nicht zu groß und nicht zu klein sein.“

Und natürlich: „Der Einzelhändler muss auch davon leben können.“ Er wisse natürlich, dass sich mancher Einheimische und auch Tourist eine solche Einkaufsmöglichkeit schon seit geraumer Zeit wünsche.

Die Kaiser- und Hansestadt Tangermünde an der Elbe gilt als die touristische Perle in der Altmark. Burg und Fachwerkhäuser locken jährlich Tausende Besucher an. Dass da und dort auch Gebäude leer stehen, weiß der Bürgermeister.

Doch schlechtreden lassen will sich Pyrdok (parteilos) seine Stadt nicht. „Auch wir haben Leerstand im Zentrum, ja. Das ist unbefriedigend und gefällt auch unseren Gästen sicherlich nicht.“ Anlass zur Panik oder irgendwelchen Hauruckaktionen sieht er nicht. Der 60-Jährige schätzt den Leerstand auf etwa zehn Prozent. Vieles werde sich weiter von allein und durch die Menschen zum Besseren entwickeln.

Private Investitionen und bürgerschaftliches Engagement seien deshalb wichtig. Politik und Verwaltung der Touristenstadt hätten im Hansering einen durchaus zuverlässigen Partner, findet Pyrdok. In dem Verein haben sich Gewerbetreibende und Kaufleute zusammengeschlossen. Das erklärte Ziel: Mit interessanten Veranstaltungen die historische Innenstadt attraktiver machen. Die Terminliste für dieses Jahr im Internet ist noch leer. Der Bürgermeister vermutet, dass der Hansering auch 2019 einiges auf die Beine stellen will. „Es sollten sich noch mehr Leute dem Hansering anschließen.“

Große Hoffnungen setzt der gebürtige Oberschlesier auch auf den Stadtentwicklungsbeirat, den es zusätzlich zum Stadtrat und quasi seit seinem Amtsantritt im Juli 2015 gebe. An die 50 Leute hätten sich zusammengetan und pflegten bei unregelmäßigen Treffen einen offenen Meinungsaustausch.

„Geschäftsleute, Gastronomen, Künstler und andere mehr sind dabei. Wir haben einfach festgestellt, dass außerhalb politischer Gremien noch einmal anders diskutiert wird. Beide Formen zusammen bringen uns voran“, ist Pyrdok überzeugt. Schon bald sollen ein Leitbild und ein Katalog an möglichen Maßnahmen vorgelegt werden.

VON MARCO HERTZFELD

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