Fördermittelbescheid übergeben

Die Fähre fährt bald wieder

Drei Männer in Anzügen stehen vor einer aufgebockten Fähre.
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Staatssekretär Dr. Sebastian Putz (r.) besichtigt zusammen mit Tangermündes Bürgermeister Jürgen Pyrdok und Stefan Dreßler als Vize-Landrat Jerichower Land die aufgebockte Fähre.
  • VonGünther Krach
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Am 1. Juli 2020 wurde der Fährbetrieb zwischen Grieben und Ferchland aus Kostengründen eingestellt. Die Zahl der Befürworter für den Weiterbetrieb der Fähre wurde immer größer, also musste eine Lösung her, die jetzt, nach gut einem Jahr, vollständig erreicht wurde: Zum 1. September nimmt die Fähre ihren Betrieb wieder auf.

Tangermünde – Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg war die Kooperationsvereinbarung zwischen den Landräten der Landkreise Jerichower Land und Stendal sowie den Städten Tangerhütte, Tangermünde, Elbe-Parey und Jerichow am 2. Juni dieses Jahres, die nun gemeinsam die Finanzierung des Fährbetriebes übernehmen. All das war am Mittwoch noch einmal Diskussionsthema, als der Verkehrs-Staatssekretär von Sachsen-Anhalt, Dr. Sebastian Putz, die Tangermünder Werft besuchte, wo die Fähre derzeit ihren letzten „Schliff“ erhält. Diese so genannte Landrevision, eine Art Schiffs-TÜV, ist Voraussetzung für die Wiederinbetriebnahme der Motorfähre.

NJL-Geschäftsführer Thomas Schlüter überreicht Staatssekretär Dr. Sebastian Putz ein Werbe-T-Shirt mit der Aufschrift „Wir sind Fähre“.

Weil allein diese Landrevision mehr als 320 000 Euro kostet, übernimmt das Land 90 Prozent der Kosten, das sind 285 000 Euro. Einen entsprechenden Bewilligungsbescheid übergab Putz am Mittwoch an den neuen Betreiber der Fähre, die Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land (NJL, AZ berichtete). Bis zum 23. August soll die Fähre technisch und optisch überholt sein und ins Elbwasser gelassen werden, wo die Antriebe noch geprüft werden. Dann kann sie am 31. August in Ferchland feierlich begrüßt werden und am 1. September ihren Fährbetrieb wieder aufnehmen. Der Übergabe des Bewilligungsschreibens, also der finanziellen Grundlage der Landrevision, ging ein Ge- dankenaustausch aller Partner der erreichten Wiederinbetriebnahme des Fährbetriebes voraus. Die Runde traf sich im Beratungszimmer der Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET). Ein Dutzend Vertreter der beteiligten Kommunen bzw. Betriebe waren dazu neben dem Staatssekretär anwesend, darunter Vertreter der Landkreise Stendal und Jerichower Land, die Bürgermeister aus Tangermünde und Jerichow, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Tangerhütter Stadtrat, eine Vertretung des Landtagsabgeordneten Staudt und Thomas Schlüter als Geschäftsführer des künftigen Betreibers NJL.

Vertreter der Landkreise Stendal und Jerichower Land, der Anrainer-Kommunen und der künftigen Betreibergesellschaft trafen sich im Besprechungsraum der Tangermünder Werft zum Erfahrungsaustausch.

Staatssekretär Putz lobte vor allem die gelungene Zusammenarbeit der Kommunalvertreter und bezeichnete sie als Beispiel für andere Landkreise. Deshalb habe es trotz knapper Kassen auch diesen hohen Fördersatz gegeben, der sonst eigentlich bei 50 Prozent liegen sollte“, wie er sagte. Stendals Landrat Patrick Puhlmann blickte allerdings noch einmal skeptisch auf die Kooperationsvereinbarung zurück, die bis 2025 gilt und die ihm anfänglich wegen knapper Kassen Sorgen bereitete, was in Gemeinsamkeit aber überwunden wurde, wofür er dankte. Thomas Schlüter bezeichnete die nun gemeinsame Aufgabe als anspruchsvoll, aber machbar. Er berichtete, dass inzwischen mehrere „Kapitäne“ gefunden und ausgebildet wurden und nun – mit Hilfe des Landes – auch die letzte große Hürde der TÜV-Abnahme genommen ist. „Die Fährverbindung wird die Nummer 770 im NJL-Fahrplan bekommen und die Unternehmens-Farben dunkelblau und türkis tragen“, verkündete er noch. „Fahrzeiten- und Preise werden noch bekannt gegeben“, schloss er. Harald Bothe, Bürgermeister in Jerichow, war wie alle Anwesenden glücklich über die gefundene Lösung, „die nicht nur Touristen und der Umwelt gut zu Gesicht steht, sondern auch der Wirtschaft, die auf kurze Wege zu ihren Partnern und Baustellen angewiesen ist“, sagte er. An der folgenden, feierlichen Übergabe des Bewilligungsbescheides auf der Fähre nahmen alle Anwesenden teil.

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