Tag der offenen Tür beim Modellflugclub „Albatross“: Wetter erlaubt kaum Starts

Düsenjet trotzt den Böen

Ein böiger Wind lässt am Sonnabend kaum Starts zu. Die Gefahr ist zu groß, dass ein Modellflugzeug abschmiert. Arne Kahrste
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Ein böiger Wind lässt am Sonnabend kaum Starts zu. Die Gefahr ist zu groß, dass ein Modellflugzeug abschmiert. Arne Kahrstedt machte nicht das Wetter Probleme, sondern der Motor seines Flugzeugmodells. Der Jungfernflug des Modells muss er damit verschieben.

Bölsdorf. Seit 1990 gibt es ihn nun schon, den Modellflugclub (MFC) „Albatross“ Stendal/Tangerhütte. Von Anfang an wurde auch ein Modellflugtag veranstaltet, nämlich am Himmelfahrtstag, also passend zum Namen des Feiertags.

Schon bald führten die Mitglieder auch den Tag der offenen Tür ein, den es auch heute noch gibt. Immer Mitte September wird er veranstaltet, so wie am vergangenen Sonnabend.

Besuchern ermöglicht der Tag Einblicke in das interessante Hobby der inzwischen 36 Mitglieder des Vereins, einschließlich Jugendgruppe. Frank Kunde hat noch immer die Fäden in der Hand. Er war am Sonnabend auch fast der Einzige, der ein Modellflugzeug starten ließ, denn es wehte ein böiger Wind. „Die Luft ist zerrissen“, nannte Frank Kunde die Wetterlage. Er wagte einen Start, weil sein Düsenjäger vom Typ SU-35, ein Nachbau eines russischen Düsenjets, trotz seiner 14 Kilogramm Eigengewicht 20 Kilogramm Schub erzeugen kann. „Damit lässt sich die bis zu 320 Kilometer pro Stunde schnelle Maschine gut steuern“, war sich der Vereinsvorsitzende sicher. Mehr als zwei Jahre hat er an dem Jet mit Strahlturbine gebaut und dabei mehrere tausend Euro investiert. „Wenn der abstürzt Düsenjäger, wäre das ein herber Verlust“, meinte Kunde. Aber es ging gut. Mit knapp 3,5 Litern Kerosin konnte sich der Jet fast acht Minuten in der Luft halten und dabei noch viele Manöver fliegen sowie anschließend wieder sicher landen. Der Beifall seiner Vereinskollegen, die das Wagnis einzuschätzen können, war Frank Kunde damit sicher. Kurz zuvor war ein kleines Flugmodell vom Himmel gefallen.

Dieter Jacob aus Tangermünde, der seit drei Jahren Mitglied des MFC ist, wagte es nicht, seine Siemens Schuckard, ein Nachbau eines Jägers aus dem ersten Weltkrieg, in den Himmel zu schicken. „Diese Windböen kann der nicht vertragen“, meinte er. Jetzt Rentner, hat Jacob sein Interesse für technische Feinarbeit wiederentdeckt. Als Jugendlicher hatte er schon Flugmodelle gebaut und sogar eine Arbeitsgruppe geleitet.

Besucher ließen sich Sonnabend nicht allzu viele blicken. Zu den Jüngsten, die den Weg zu den Modellfliegern fanden, war der elfjährige Hannes Westpha aus Bölsdorf, der jetzt ein Jahr Mitglied im Verein ist und schon lange die Flugmodelle am Ortsrand bewundert hat. Wie Frank Kunde sagte, seien neuen Mitglieder stets willkommen.

Von Günther Krach

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