Status Quo behalten

Diskussion in Tangermünde: Umgestaltung der Arneburger und Hünerdorfer Straße

Eine Grundstücksausfahrt mit sehr schlechten Sichtverhältnissen auf die Hauptstraße.
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Dies wäre der Blickwinkel eines Autofahrers, würde er über die geplante Abzweigung auf die Arneburger Straße auffahren wollen. Im Bild gegenüber das Grundstück mit der Ausfahrt von Anwohner Wolfram Engel, der das Ringen der städtischen Gremien um eine Lösung seit Langem mit eigenen Vorschlägen begleitet.
  • VonGünther Krach
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Am Donnerstagabend beriet der Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr zum dritten Mal über die Neugestaltung der Einmündung Hünerdorfer Straße in die Arneburger Straße – und wieder prallten verschiedene Ansichten zur Gestaltung der Abzweigung aufeinander.

Tangermünde – Im Laufe der Beratungen hatten sich zwei Vorzugsvarianten herauskristallisiert. Das sind eine radikale Lösung, die das Abbiegen aus der Hünerdorfer Straße über eine noch zu bauende rechtwinklige Abzweigung vorsieht, Variante 1 genannt, und eine Lösung, für die lediglich die bestehende Ausfahrt auf die Arneburger Straße erweitert werden müsste, um eine bessere Sicht auf die von links kommenden Fahrzeuge zu erhalten, Variante 2 genannt.

Um für die aus der Arneburger Straße kommenden Fahrradfahrer mehr Sicherheit zu erreichen, soll aber noch ein separater Radweg für die Linksabbieger errichtet werden. Diese noch zu er-richtende Spur ist aber eben nur für Radfahrer gedacht, Pkw sollen dort also nicht abbiegen dürfen. Ausgenommen sind nur die, die auf dem ehemaligen Elbpark-Areal wohnen und dieses Sonderrecht jetzt schon genießen. Das ist die Variante, die schon viele Jahre existiert, allerdings ohne separaten verlängerten Radweg, der auf der Straße farblich gekennzeichnet werden soll.

Den Ausschlag für diese nun mehrheitliche Entscheidung der Ausschussmitglieder haben wohl die Bedenken des Anliegers Wolfram Engel gegeben, der unmittelbar in der „Gefahrenzone“ wohnt. Er hat sich im Laufe der vergangenen Beratungen auch schon mündlich und schriftlich über die Neugestaltung der Abzweigung geäußert und kennt die Gefahren, die es zweifellos gibt, die sich aber „mit dem Bau der Variante 1 noch verstärken würden“, glaubt er. „Würden die Radfahrer also erst hinter der Kurve abbiegen, würden sie die aus Richtung Elbbrücke kommenden Pkw-Fahrer noch später sehen, bei tief stehender Sonne fast gar nicht“, führte er aus. „Wegen der oft tief stehenden Sonne sind schon Pkw-Fahrer vor dem Zaun meiner Grundstücksgrenze gelandet“, schob er noch nach.

Ausschussmitglied und Stadtrat Frank Döbbelin fasste die Diskussion so zusammen: „Wir sind gewählt worden, um die Interessen unserer Bürger zu vertreten, und das sollten wir jetzt tun.“ Ausschussvorsitzender Erik Weber versuchte seine Vorstellungen für die Umgestaltung der Abzweigung, die auch „eine Verkehrsberuhigung am Ende der Hünerdorfer Straße mit sich bringt“, noch zu favorisieren, aber in der Abstimmung zeigte sich eine Mehrheit (5:3) für die Variante 2. Ob das die Mitglieder des Hauptausschusses, die am 19. Januar tagen, genauso sehen, und dann der Stadtrat, bei dessen Entscheidung im Dezember nur ein Patt herauskam, bleibt abzuwarten.

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