Tangermünde

Vereinsförderung wird neu geregelt

Eine Sporthalle aus rotem Ziegelmauerwerk.
+
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die finanzielle Situation zwingt die Stadt Tangermünde zu Änderungen in der Vereinsförderung. Im Bild das Sportzentrum mit der größten Sporthalle der Stadt.
  • VonGünther Krach
    schließen

In der Beratung des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport wurde deutlich, dass die Stadt die seit 2002 praktizierte Vereinsförderung auf Grund ihrer finanziellen Lage so nicht mehr aufrecht erhalten kann. Deshalb soll jetzt die Vereinsfördersatzung den neuen Gegebenheiten angepasst werden.

Tangermünde – Der Hauptteil der Vereinsförderung, der durch die Hugo-Meyer-Nachfahrenstiftung erfolgt und inzwischen 450 000 Euro pro Jahr beträgt, soll aber erhalten bleiben, wofür die Stadt sehr dankbar ist. „Ohne diese Fördergelder, die vor allem Kindern und Jugendlichen zugute kommt, wäre ein erfolgreiches soziales, kulturelles und sportliches Miteinander kaum möglich“, heißt es in der am Dienstag behandelten Beschlussvorlage. „Die Förderung der Vereine soll also auf 90 Prozent der bisherigen Fördergelder für Betriebskosten gekürzt werden, bei Vereinen mit mehr als 30 Prozent Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren auf 95 Prozent“, teilte Amtsleiterin Anka Bertkau mit.

Die Vereinsförderung soll aber im Grundsatz beibehalten werden, genau wie die weitere kostenlose Nutzung der Sportstätten der Stadt und vor allem die sportehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, heißt es weiter in der Begründung der neuen Beschlussvorlage, die aber „erst im September be-schlossen werden kann, weil noch Statistik aus den Ortsteilen fehlt“, erläuterte Bertkau dazu. Bis dahin bleibt die neue Rahmenförderung ein Entwurf, zumal der Antrag auf Förderung bis zum 30. September des dem Bewilligungszeitraum vorausgehenden Jahres zu stellen ist.

Unverändert bleibt die Fördermöglichkeit für den laufenden Betrieb von kommunalen Sportstätten, Mietzuschüsse für Vereinsräume, Investitionszuschüsse an Vereine und die Unterstützung von Großveranstaltungen. Zuschüsse sind auch nach der neuen Satzung Leistungen aus den Haushaltsmitteln der Stadt, die nur auf Basis einer Gemeinnützigkeit ausgegeben werden dürfen. Ausgenommen von der Förderung sind weiterhin politische Parteien, Kirchen und religiöse Vereinigungen und Organisationen, die finanzielle Zwecke verfolgen. Rechtsanspruch auf Zuschüsse gibt es nach wie vor nicht.

Vorrangig betroffen von der neuen Rahmenförderung werden das Sportzentrum, die Sporthallen „Lämmergasse“ und „Waldschlösschen“, das Sportstadion, das Ruder-Bootshaus, alle Hallen in der Kaiserstadt und die Sporthalle im Ortsteil Buch. Großveranstaltungen sind Veranstaltungen mit mehr als 5000 gleichzeitigen Besuchern und die, die Sicherheitskonzepte erfordern. Wird die neue Satzung im September beschlossen, tritt das alte, seit dem 25. Oktober 2001 gültige Regelwerk zum 1. Januar außer Kraft. Die Ausschussmitglieder nahmen die neue Satzung einstimmig zur Kenntnis, obwohl zuvor mögliche Härtefälle in Vereinen diskutiert wurden, die möglichst nicht die Vereinsmitglieder tragen sollen, weshalb auch die Vorstände gefordert sind, nach weiteren Finanzquellen zu suchen. Einig war man sich in dem Punkt, dass die Stadt ihre Finanzierungsmöglichkeiten optimal ausschöpfen soll, weil auf ein Vereinsleben aus vielen Gründen nicht verzichtet werden kann. Dass die Stadt das will, kam gut an, denn „viele Städte können oder wollen sich das nicht mehr leisten“, sagte Stadtrat Frank Döbbelin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare