Vereinsförderung Tangermünde

Zum zweiten Mal durchgefallen

Eine Sporthalle aus rotem Backstein steht neben einem Parkplatz.
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Das Sportzentrum ist eine der großen Sportstätten in Tangermünde. Mit der finanziellen Unterstützung der dort trainierenden Vereine beschäftigte sich am Dienstag der Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport.
  • VonGünther Krach
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Mit einer neuen Satzung zur künftigen Vereinsförderung beschäftigte sich am Dienstag der Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Sport der Stadt Tangermünde. Eine Neufassung ist notwendig, weil die bisherige Satzung aus dem Jahr 2001 stammt und an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden muss. Auch zwingt die besondere finanzielle Lage der Stadt zu einer Überprüfung sogenannter freiwilliger Ausgaben. Dazu zählen auch die finanziellen Zuschüsse für kommunale Sportstätten inklusive Mietzuschüsse, Investitionskosten und die Unterstützung von Großveranstaltungen gemeinnütziger Vereine, zu denen auch die Sportvereine gehören.

Tangermünde – Dies gilt für das Sportzentrum, die Sporthalle Lämmergasse, das „Waldschlosschen“, das Stadion „Am Wäldchen“, das Ruderer-Bootshaus und die Sporthalle im Ortsteil Buch. Die Satzung regelt auch, was unter Gemeinnützigkeit zu verstehen ist sowie die Bewilligungsvoraussetzungen. Über Letztere waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport einig, über die Höhe und Art der finanziellen Zuschüsse allerdings nicht, obwohl in Vorbereitung dieser Sitzung ein Gespräch der Amtsleiterin mit Vertretern zahlreicher Vereine stattfand, deren Mehrzahl sich mit den Festlegungen der neuen Satzung anfreunden konnte. Die am Dienstag anwesenden Vertreter der Fraktionen des Stadtrates sahen das aber anders.

Wie geht es mit der Vereinsförderung in Tangermünde weiter? Sport-, Freizeit- und Kulturvereine benötigen dringend eine Entscheidung.

Die fast einstündige Diskussion zeigte, dass es vor allem ums Geld geht, egal, ob der Zuschuss prozentual, je nach Anzahl der Mitglieder und Anzahl der Kinder des Vereins, oder pauschal pro Person ausgereicht wird. Die Anteile der Sportvereine wurden an der Berechnung der Betriebskosten des Vorjahres ermittelt, deren Zahlen wegen der schon länger andauernden Corona-Pandemie ebenfalls angezweifelt wurden. Außerdem ging es noch um die verschiedenen Strukturen der Vereine, ihre unterschiedlich langen Trainingszeiten, die angeblich zuhohe finanzielle Belastung der Kinder, bis hin zur Ausgliederung der energetischen Kosten. Eine Vertreterin plädierte sogar dafür, dass die Vereinsvorsitzenden schon zu Jahresbeginn wissen sollten, welche finanzielle „Belastung“ auf sie zukommt, also nicht rückwirkend für das abgelaufene Jahr auf der Grundlage der Betriebskosten des Vorjahres. Ein anderes Ausschussmitglied wollte die Einnahmen der Vereine berücksichtigt wissen sowie die Zuschüsse der Hugo-Meyer-Nachfahrenstiftung. Über allem stand die Bemühung, Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Die Quintessenz war, dass die Beschlussvorlage in der vorgelegten Form mehrheitlich abgelehnt wurde und damit Ende November nicht im Stadtrat behandelt wird. Damit fiel die neue Satzung ein zweites Mal durch, denn Anfang Oktober war der erste Entwurf schon einmal verworfen worden. Frühestens im Januar, nach nochmaliger Diskussion mit den Vereinsvertretern, soll es nun einen weiteren, dann dritten Anlauf geben.

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