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Defizit bremst Förderung aus

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Ein mit beigem Putz gestalteter, eingeschossiger Bau mit braunem Satteldach und der Aufschrift „Tangermünder Ruderclub 1906“ an der Fassade.
Auch der Tangermünder Ruderclub von 1906, soll, obwohl er anerkannter Trainingsstützpunkt in Sachsen-Anhalt ist, anteilmäßig für seine Betriebskosten aufkommen. © Günther Krach

Über den Haushaltsplan 2022 und die bisher kontrovers diskutierte Rahmenförderung für gemeinnützige Vereine sollte am Dienstagabend im Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Sport noch einmal gesprochen werden. Zu einer weiteren und, wie erwartet, heftigen Diskussion über die Rahmenförderung kam es aber nicht, denn Amtsleiterin Anja Bertkau hatte die Beschlussvorlage (BV) vom Dezember 2021 nun noch einmal überarbeitet, ja, entschärft, weil sie den umstrittenen Teil, die konkrete finanzielle Unterstützung der Vereine, ausgegliedert hatte.

Tangermünde – Dieser Teil verlangt eine nochmalige grundsätzliche Diskussion mit den Vereinsvorsitzenden, die mit der bisherigen Regelung nicht zufrieden sind. An dieser Diskussion muss sicher auch die Kämmerin teilnehmen, denn eine umfangreiche finanzielle Förderung der Vereine ist angesichts des jetzt zu erarbeitenden Haushaltsplanes, bei dem zur Zeit 390 000 Euro Defizit bestehen (AZ berichtete), noch schwieriger geworden. So kann die konkrete Vereinsförderung sicher erst nach Beschlussfassung des Haushaltsplanes festgelegt werden. Mit dieser Regelung, die nun erst einmal nur den Begriff des Zuschusses, der Gemeinnützigkeit, die Bewil-ligungsvoraussetzungen, den Betrieb der Sportstätten, die Miet- und Investitions-Zuschüsse und finanzielle Beteiligungen an Großveranstaltungen betreffen, waren alle Ausschussmitglieder zufrieden. Im Paragraf 5 wird nun erst einmal nur eine angemessene finanzielle Beteiligung, wie es im Sportstättengesetz des Landes Sachsen-Anhalt heißt, an den Betriebskosten für die Sportstätten gefordert. Dies betrifft Hallen und das Stadion sowie das Ruderbootshaus.

Eine Hand fächert zahlreiche Geldscheine auf.
Die Haushaltslage der Hansestadt Tangermünde lässt keine großen finanziellen Spielräume. Deshalb müssen auch die örtlichen Vereine den Gürtel enger schnallen. © Jens Büttner (dpa)

Kämmerin Dana Hinz hatte zuvor auch in diesem Ausschuss über den gegenwärtigen Stand der Erarbeitung des Haushaltsplanes berichtet. Auch die allgemeine angespannte finanzielle Lage inklusive dem Defizit kamen zur Sprache. Trotz allem ist eine Förderung von Vereinen, auch über die Sportstätten hinaus (AWO, Jugendclubs und andere) gewollt. Lobend erwähnte sie die finanzielle Unterstützung vieler engagierter Jugendlicher durch die H-Meyer-Nachfahren-Stiftung. Investitionen im Bereich Soziales, Bildung, Kultur und Sport gelten vor allem dem verbesserte Brandschutz in der Grundschule, dem direkten oder digitalen Zugang zu den Museen, vorrangig dem Neustädter Tor sowie der Erhaltung und Pflege der Spielplätze. Ausschussmitglied Hildegard Wynands informierte noch, dass das DRK erneut auf die mögliche Erweiterung der Kita „Sausewind“ durch ein weiteres Modul hingewiesen hat, die aber mehr als 600 000 Euro kosten soll. „Das wird im Stadthaus diskutiert, findet bisher aber keine Zustimmung“, wusste Amtsleiterin Bertkau. Der Vorschlag von Wynands, auch die Beratungen des Sozialausschusses künftig bereits um 18 Uhr beginnen zu lassen, fand bei zwei Enthaltungen allerdings Zustimmung.

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