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Aufregung um drei Prozent

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Von: Christian Wohlt

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Eine steile Rampe führt einen Damm hinaus und mündet auf der Krone in eine Straße.
Der Bau der Rampe an dieser Stelle ist ein aufwendiges Vorhaben. Derzeit weist der Aufgang etwa neun Prozent Steigung auf. © ct-press (Christian Wohlt)

Kleine Treppe, großes Problem. Die Tangermünder Elbebrücke ist seit je her für Radfahrer ein Hindernis, weil Fuß- und Radweg auf östlicher Seite nur über ein paar Stufen zu erreichen sind. Nun macht sich die Landesstraßenbaubehörde daran, Abhilfe zu schaffen. Die Niederlassung Nord will die dortige Treppe durch eine Rampe ersetzen, berichtet Niederlassungsleiterin Meike Portius.

Ein asphaltierter und durch eine Leitplanke zu einer vielbefahrenen Straße getrennter Radweg.
Der Elberadweg erfreut sich bei Radtouristen außerordentlich großer Beliebtheit. Umso ärgerliche sind bauliche Unzulänglichkeiten wie bei Tangermünde. © ct-press (Christian Wohlt)

Tangermünde – Was sich zunächst nach einer guten Nachricht anhört, bringt die Radfahrerlobby auf die Palme. „Nach zehn Jahren Treppen-Skandal ist nun endlich eine Verbesserung in Sicht. Jedoch wird die Freude getrübt: Die Rampe soll eine Neigung von neuneinhalb Prozent haben, was ein grober Verstoß gegen die Vorschriften ist“, schimpft Werner Hartig, passionierter Pedalritter und Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Zulässig für eine solche Rampe seien maximal sechs Prozent. Hartig verweist darauf, dass selbst die neue Lösung für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen nur schwer zu bewältigen wäre. Den Bauleuten ist das Problem bewusst. In ersten Überlegungen sei man zwar von einer steileren Ausführung für die Rampe ausgegangen, um die Sache möglichst schnell und pragmatisch zu lösen. Nach einer Besichtigung vor Ort und genauerer Planung werde nun aber eine andere Variante umgesetzt. „Es wird eine Rampe mit 5,5 Prozent Neigung gebaut“, beruhigt Meike Portius die aufgebrachten Radfahrergemüter. Das Mindestmaß wird also sogar deutlich unterschritten. Das Projekt stehe zwar nicht auf der Prioritätenliste. Die Niederlassung Nord nutze aber ihren Ermessensspielraum, um das Vorhaben Zuge der regulär anstehenden Radwegerhaltungsarbeiten an der B 188 umzusetzen. Im zweiten Quartal 2023 sollen die Arbeiten fertig und die Rampe dann für die Radfahrsaison nutzbar sein. Die Tangermünder Elbebrücke ist durch das Hindernis bisher ein Nadelöhr auf dem Elberadweg, der im Sommer viele Touristen in und durch die Region lockt.

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