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Freude über neuen Faschingsorden

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Ein Karnevals-Orden mit Stadtwappen, blau-weißer Narrenkappe und einem historischen Gebäude als Motiv liegt auf einem hell gebeizten Tisch.
Wieder ein Hingucker wurde der Faschingsorden der Session 2021/22. Wann er jedoch die Brust einer Närrin oder eines Narren schmücken wird, ist noch unklar. © Günther Krach

Vor ziemlich genau einem Jahr endete der Artikel in der AZ über den Abbruch der neuen Session mit den Worten: Jetzt setzen die Narren des Tangermünder Carneval-Vereins (TCV) alle Hoffnungen auf die 43. Saison 2021/22. Wegen der Corona-Pandemie ließen strenge Verbote zur Vermeidung von weiteren Ansteckungen keine Menschenansammlungen zu, also auch nicht im Karneval. Nun stehen die Narren vor dem selben Problem, denn die Pandemie besteht noch immer, ist wegen der neuen Omikron-Variante sogar noch gefährlicher. Als der neue und inzwischen 27. Faschingsorden, bestellt wurde, bestand noch große Hoffnung für die neue Session, die nun aber rapide sinkt.

Ein für einen Vize-Präsidenten ziemlich ernst dreinschauender Mann mit blauem Jacket demonstriert den neuen Karnevals-Orden seines Vereins.
Michael Brandt ist Vize-Präsident des Tangermünder Carneval-Vereins TCV. Er präsentiert den neuen Karnevals-Orden. © Günther Krach

Tangermünde – Schön ist er wieder geworden, der neue Orden, der neben der Narrenkappe und dem Stadtwappen wieder ein historisches Bauwerk der alten Kaiserstadt zeigt. Dieses Mal ist es das in der Lüderitzer Straße stehende Backstein-Haus „Roggkaffol“, abgeleitet von Roggen, Kaffee und Oel, was ab 1946 zur Herstellung von Lebensmitteln, einer so genannten Sojaverarbeitung, diente. Das historische Gebäude der Stadt war im Jahr 1900 einst als Aktien-Brauerei errichtet worden. Der Name „Roggkaffol“ existiert noch heute, obwohl das Haus im Laufe seiner Existenz eine Kakaofabrik und eine Teilefertigung für die Junkers-Werke in Dessau beherbergte, dann ein Lebensmittelwerk und ab 1972 dem VEB Magdeburger Mühlenwerke zugeordnet war. Danach stellte die Hensel GmbH dort Müsli her. Danach wiederum zog dort ein Ostprodukteversand ein. Heute ist es ein Mehrfamilienhaus.

Ein riesiger Gebäudekomplex aus roten Backsteinklinkern steht an einer breiten Straße.
Das Objekt „Roggkaffol“ in der Lüderitzer Straße ist bereits 122 Jahre alt. Es reiht sich nun ein in die Chronologie der Tangermünder Baudenkmale, die traditionell die Karnevalsorden des TCV zieren. © Günther Krach

Seit 1991 ist es beim TCV Tradition, jährlich Faschingsorden auflegen zu lassen, schon seit längerer Zeit mit geschichtsträchtigen Objekten. Ob der Orden während der Prunksitzungen Vereinsmitgliedern verliehen werden kann, ist aber offen. Im September 2021 konnte noch ein „Oktoberfest“ im Grete-Minde-Saal gefeiert werden, wenn auch in abgespeckter Form und nach strenger Einlasskontrolle. Am 13. November 2021 gab es sogar noch den traditionellen Umzug mit Vereinsmitgliedern und Gastvereinen durch die Stadt, der ein Jahr zuvor bereits ausgefallen war. Vereinspräsident Knut Oldenburg verkündete dort auch die Termine für die Prunksitzungen, die für die Senioren und den Kinderfasching, die für die Zeit zwi-schen dem 12. und 20. Februar geplant sind. Mädchengruppen zeigten nach Abschluss des Umzuges auf dem Marktplatz schon mal ihre neu einstudierten Tänze, und das Prinzenpaar Dennis I. und Andrea II. erhielt sogar den Schlüssel für’s Rathaus. Den besitzen die beiden noch immer, aber „regieren“ dürfen sie wohl nicht, zumal sie wegen der Pandemie das Rathaus nicht betreten dürfen. Alles in allem wäre es sehr traurig, wenn der Schlussakkord der 43. Session ein zweites Mal ausfallen würde. Vor allem die Freunde karnevalistischer Veranstaltungen würden das bedauern, aber auch die „Aktiven“, wären doch viel Fleiß und Mühe umsonst gewesen, von den fehlenden Einnahmen ganz zu schweigen. Wie vom Vize-Präsidenten noch zu erfahren war, könnte im April oder Mai vielleicht eine Tanzveranstaltung stattfinden, bei der die Aktiven ihr einstudiertes Programm zeigen könnten. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, und so sind alle Beteiligten grundsätzlich optimistisch, dass sich die rasante Ausbreitung der Pandemie doch noch stoppen lässt.

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