Zur Warnung der Bevölkerung

Mehr Sirenen müssen her in Tangermünde

Ein in die Jahre gekommenes Feuerwehr-Depot mit der Giebel-Anschrift „Freiwillige Feuerwehr Tangermünde“.
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Die alte Sirene auf dem Feuerwehr-Depot: Sie reicht zur Warnung der Bevölkerung nicht mehr aus.
  • VonGünther Krach
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Mit der Warnung der Bevölkerung durch Sirenen und der noch nicht entschiedenen Gestaltung der Feuerwehrausfahrt aus der Hünerdorfer auf die Arneburger Straße beschäftigte sich am Donnerstag Abend der Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr der Stadt Tangermünde.

Tangermünde – Zur notwendigen Erweiterung oder Modernisierung der bestehenden Sirenenanlagen in der Kernstadt und in den Ortsteilen legte Stadtwehrleiter Michael Classe, zuständig im Amt für öffentliche Ordnung für die Gefahrenabwehr, ein Sirenenkonzept vor. Es beinhaltet die Begründung einer notwendigen Erweiterung und befasst sich mit Standortfragen und den Kosten. Ausgegangen wird von möglichen Großschadenereignissen im Katastrophenfall sowie im Zivilschutz, wo eine Warnung der Bevölkerung erforderlich wird. Bis zur politischen Wende verfügte die Kernstadt über fünf Sirenenanlagen, in den Ortsteilen, bis auf Billberge, je eine. Bis auf die Milterner Anlage sind noch alle vorhanden. Die Sirene in Billberge wurde umgerüstet, ist jetzt nicht mehr fernauslosefähig. Die Kaiserstadt verfügt nur noch über eine Sirene, sie hat ihren Platz auf dem Feuerwehrdepot. Schwerpunkt der derzeitigen Warnung sind die lokalen Medien wie Radio und Tagespresse oder verfügbare Warn-Apps. Der im Jahr 2019 erstmals durchgeführte „Bundesweite Warntag“ bestätigte, dass Sirenen fehlen: In Tangermünde nahm nur ein Bruchteil der Bevölkerung das abgegebene Warnsignal wahr. In Auswertung dieses „Warntages“ wurden die Folgen der zu geringen Anzahl an Sirenen deutlich, weshalb das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe das Sirenenförderprogramm auflegte. Es lässt seit September dieses Jahres entsprechende Förderanträge beim Landkreis zu, die von den zuständigen Stellen in Tangermünde auch gestellt wurden. Bereits Ende September gab es erste Fördermittelzusagen, womit zwei Maßnahmen umgesetzt werden können, die zu 75 Prozent geför-dert werden. Das sind moderne Sirenen mit einem Schallpegel von mindestens 65 Dezibel auf dem FFW-Depot in Tangermünde sowie die auf dem Wasserwerk Kirschallee im westlichen Stadtgebiet. Über ein weiteres Förderprogramm kann eine dritte Sirene für das „Komponistenviertel“ im südwestlichen Stadtgebiet angeschafft werden, die sogar mit 80 Prozent förderfähig ist. Passiert das von diesem Fachausschuss gebilligte Sirenenkonzept später auch den Stadtrat, kann die Anschaffung weiterer Sirenenanlagen geplant werden. Gibt es Fördermittel, sind weitere Sirenen im „Feodorapark“, in der Stendaler- bzw. Lindenstraße sowie in den Ortsteilen Miltern und Billberge denkbar. Moderne Sirenenanlage sind relativ teuer. Pro Anlage müssen zwischen rund 20 000 bis 25 000 Euro eingeplant werden, was ohne Förderung nicht möglich ist.

Rechts ist die Einmündung Hünerdorfer in die Arneburger Straße zu sehen. Links ist ein neuer Abzweig geplant.

Zweites Beratungsthema war die Sanierung der Hünerdorfer Straße, speziell die Einmündung in die Arneburger Straße, nachdem die Hünerdorfer Straße im kommenden Jahr bis zum „Bleichenberg“ saniert ist. Die Sanierung der Straße im ersten Bauabschnitt bis zum „Zollensteig“ wird demnächst abgeschlossen. Zwei Varianten standen am Donnerstag zur Diskussion: Ein Entwurf beinhaltet einen Abzweig vor der Einfahrt in die Arneburger Straße, um die Einmündung zu „entschärfen“. Denn derzeit entstehen immer wieder kritische Situationen, wenn Radfahrer aus der Arneburger Straße als in die Hünerdorfer Straße wechseln. Ausschussvorsitzender Erik Weber kürzte die teilweise etwas langatmige Diskussion ab, indem er vorschlug, die zwei Gestaltungsvarianten abschließend vom Stadtrat entscheiden zu lassen, wozu es eben zweier Beschlussvorlagen mit den notwendigen Begründungen bedürfe. Dem wurde mehrheitlich zugestimmt.

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