Zwischenstopp in Tangermünde

Wieder mal ein Abenteuer wagen

Mehrere Menschen stehen auf einem hölzernen Floß und halten ein Spruchband in die Höhe.
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Die gegenwärtige Crew mit „Bootsmann“ Benjamin Oldag (3. v. r.) auf dem Floß mit Info-Transparent. Die Visite in Tangermünde wurde auch für einen Wechsel in der Crew genutzt.
  • VonGünther Krach
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Floßfahrten, auf vielen Flüssen der Erde, waren früher die kostengünstigsten Transporte von Holzstämmen, die dem Holz auch noch guttaten. Dass das auch heute noch möglich ist, beweisen zirka zehn junge Männer, die zwischen Dessau und Brandenburg zu Hause sind. Sie wollten kein Holz transportieren, aber eben zeigen, dass es auch auf der Elbe geht, wobei dabei noch das Abenteuer lockt.

Tangermünde – Machten sie früher Ausfahrten per Fahrrad, war nun die Floßfahrt eine Ausnahme. Thomas Junik, der „Kapitän“ auf dem Floß, hatte die Idee, war von „Bootsmann“ Benjamin Oldag zu erfahren. Oldag wusste auch, dass Junik sogar Erfahrung im Flößen hat, weil er schon in Sibirien auf einem Floß war, zweimal auf der Oder und nun das dritte Mal auf der Elbe. Am 13. Juli sind die Abenteurer in Brockwitz, hinter Meißen (Elbkilometer 79), mit dem Floß namens „Fiasko 21“ gestartet. „Pro Tag schaffen wir zirka 30 Kilometer, weshalb wir wohl am 1. August in Lauenburg (Kilometer 593) ankommen werden“, begann Oldag zu berichten. „Das Floß ist elf Meter lang, vier Meter breit und – mit Aufbauten, inklusive Solarplatten für die Stromgewinnung – zwei Meter hoch“, gab Oldag Infos zum Floß. „Unter dem Bretterboden, der auf Baumstämmen liegt, zwischen denen sich noch 16 Plastefässer (je 200 Liter) und einige Lkw-Rad-Schläuche befinden, weshalb wir zirka 65 Zentimeter Tiefgang haben, ist das Wasser“, fuhr er fort. Am Heck, neben dem großen Ruder, hängt ein 4,5-PS-Außenbordmotor, am Bug ein etwas stärkerer, um eventuelle Lenkmanöver ausführen zu können, denn auf der Elbe gibt es ja Betriebsschifffahrt – jedenfalls bei dem gegenwärtigen Wasserstand –, weshalb auch „eine Genehmigung für die Fahrt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt eingeholt werden musste.“ Eine Freigabe vom „TÜV“ habe man für das Floß aber nicht benötigt, war auf Nachfrage zu erfahren.

Thomas Jurik (55), der erfahrene Flößer, hatte das Kommando an Bord.

„Mit maximal sechs km/h treibt das Floß auf der Elbe in Richtung Lauenburg, mit dem Ruder in Flussmitte gehalten“, fährt Oldag fort. Am Freitagnachmittag machte das Floß im Tangermünder Hafen Station, aber nur für kurze Zeit. Es fand wieder ein Wechsel einiger Crew-Mitglieder statt und zelten kann man ja auf der Promenade nicht, was zur Nacht immer notwendig ist; „in Storkau soll das Nachtlager aufgebaut werden“, wusste Oldag. Nach der Rückfahrt befragt, war zu erfahren, dass „das Floß zerlegt und versteigert werden soll, aber ohne die Motoren, denn die brauchen wir bestimmt noch“, sagte der Bootsmann. „Das Geld soll den Flutopfern in Südwestdeutschland zugute kommen“, verabschiedete sich die Crew, machte die Leinen los und verschwand langsam in der Ferne.

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