Tangermünder Wehr gibt Einblicke hinter die Kulissen / Tauglichkeit zum Atemschutz untersucht

Brandschützer auf dem Prüfstand

+
Patrick Nagel stellt sich der G26.3-Untersuchung. Seine Tauglichkeit für den Atemschutz wird in diesem Sinne überprüft. Beim Belastungs-EKG muss er für sechs Minuten in die Pedale treten.

Tangermünde. Auf dem Parkplatz vor dem Tangermünder Feuerwehrgebäude herrscht mäßiger Betrieb. Der ein oder andere Kamerad huscht in kurzen Hosen und Flip-Flops um die Ecke. Die Rolltore sind heruntergelassen. Die Stimmung ist entspannt und abwartend.

Allerdings nicht etwa auf den nächsten Einsatz.

„G26.3 und G25 Untersuchung“, erklärt Patrick Nagel von den Tangermünder Brandschützern fachmännisch, was gerade geplant ist. Was sich hinter der mysteriösen Buchstabe-Ziffer-Kombination verbirgt, verrät er zum Glück auch. „Es wird die Tauglichkeit zum Atemschutz für die nächsten drei Jahre überprüft. G25 ist die Kraftfahreruntersuchung.“ Das ist doch schon wesentlich konkreter.

Für die aktiven Brandschützer ist es keine unwichtige Untersuchung. Ohne die G26.3 sei es den Kameraden nicht gestattet, die Atemschutzgeräte zu benutzen. Demnach wären brennende Gebäude vorerst tabu. „Wir müssten dann zur Nachuntersuchung beim Arzt“, erläutert Nagel. Neben den Kameraden der Wehren aus Buch, Storkau und Miltern sowie den Kollegen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) muss er sich auch selbst der Kontrolle stellen. Drei Jahre sind schnell vorbei.

„Aber bis jetzt bin ich immer durchgekommen“, berichtet Nagel ganz entspannt, schließlich kennt er das Prozedere schon. Seit 20 Jahren engagiert sich der 30-Jährige in der Feuerwehr und führt damit das Erbe vom Vater und Großvater fort. Zum Gruppenführer wurde er vor zehn Jahren ernannt, vor einem Monat dann zum Zugführer gewählt. „Wenn man Hilfe braucht, dann helfen die Leute auch“, beschreibt er, was ihn an der Arbeit besonders reizt.

Die Tauglichkeitsüberprüfung wird von einem arbeitstechnischen Dienst aus Berlin durchgeführt. Zuerst muss Patrick Nagel einen Fragebogen zu seiner Person ausfüllen. Dann folgen Seh- und Hörtest. „Rechts-unten, oben, oben-rechts“, beschreibt der Tangermünder, wo sich die Kreisöffnungen beim Sehtest befinden. Denn natürlich spielt der richtige Durchblick im Einsatz eine wichtige Rolle.

Der unangenehme Teil folgt danach: Blut abnehmen. „Ich geh da sonst mit Freude ran“, gesteht 30-Jährige, denn seit zwei Jahren arbeitet er bei der Johanniter-Unfallhilfe. Er selbst ist zwar weniger gerne Patient, lässt den Pieks – wenn auch ungern – jedoch gleichmütig über sich ergehen.

Beim Belastungs-EKG darf der Tangermünder ordentlich in die Pedale treten. Für ihn kein Problem, denn auch privat hält er sich fit und der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr trägt seinen Teil dazu bei. „Ich brauche den Stress“, gesteht er mit einem Grinsen. Bei seinem Job und dem zeitaufwendigen Hobby kommt er kaum zur Ruhe.

Ruhig wird es aber nach dem Belastungstest. Nach der Rücksprache mit dem Arzt steht fest: Die Tauglichkeitsprüfung hat Nagel bestanden. Jetzt bleibt ihm nur noch, seinen freien Tag zu genießen.

Von Laura Kühn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare