Die Altmark-Zeitung sprach mit dem Mann hinter den samtenen Gewändern

Audienz bei Kaiser Karl IV.

Hoch zu Ross stolziert Rüdiger Albrecht alle zwölf Monde als Kaiser Karl IV. durch die Innenstadt von Tangermünde. Die Pferde des Kaiserpaares stammen von seinem Reiterhof. Foto: Wagner

Buch / Tangermünde. Hoch zu Ross, in edelste Gewänder gehüllt, kommt er daher: Kaiser Karl IV. Auch am Sonnabend wird er sich die Ehre geben und die Tangermünder und die Besucher des Burgfestes mit seiner Anwesenheit erfreuen.

Doch wer steckt in den den samtenen Kleidern? Die Altmark-Zeitung bat um Audienz beim Kaiser und ihr wurde Einlass gewährt. In dem Kostüm steckt Rüdiger Albrecht aus Buch. Seit vier Jahren mimt er nun schon den Kaiser während des Tangermünder Burgfestes. Seinen ersten kaiserlichen Auftritt hatte der Familienvater zur 1000-Jahr-Feier, als er sogar mit seinem Pferd zum Burgfest ritt. Dass er die diese tragende Rolle übernahm, „ergab sich so“, erklärt Albrecht. Der damalige Organisator des Burgfestes war auf der Suche nach einem Ersatz-Kaiser. Albrecht erfüllte alle Anforderungen: „Auf jeden Fall muss man reiten können, das Pferd gut führen, bei all den Leuten. Und man muss gut reden können, schließlich stehen jedes Mal zwei große Auftritte auf dem Programm“, erklärt der gebürtige Bucher, der die Kriterien wegen seines bisherigen Lebensweges erfüllt.

Seit der Wendezeit betreibt er mit seiner Frau Steffi einen Reiterhof. Pferde sind seine Leidenschaft. Und wegen diverse Ansprachen zu den verschiedensten Anlässen, scheut er sich auch nicht, eine Rede zu halten. Ab heute beginnen für ihn die Vorbereitungen auf das Burgfest. Die Hufe und der Schweif von Kentucky müssen vorbereitet werden. Am Sonnabendvormittag steht noch mal ein Komplett-Check auf der Liste. Vormittags geben Kaiser und Kaiserin einen Empfang für die Vertreter der Partnerstädte in der „Alten Kanzlei“. Die Kaiserin reist übrigens jedes Jahr aus Berlin an. Leonie Schmidt „passte einfach reiterlich rein.“

Sonnabendnachmittag treffen sich die Akteure des Kaiserumzugs in der Nähe des Hafens und bereiten sich vor. Pünktlich um 15 Uhr startet der Festum-zug mit dem Herold, dem Kaiserpaar, zwei begleitenden Reitern und vielen anderen.

Der Vater zweier Söhne, die auch aktiven Reitsport betreiben, freut sich schon auf seine Rolle. Albrecht lässt sich mindestens einmal im Jahr extra den Bart wachsen, „damit es authentisch rüberkommt“, erklärt der Landtechnikausbilder.

„Stressig ist das Burgfestwochenende schon, aber auch schön. Die Organisation ist das A und O“, sagt Albrecht und freut sich schon auf seinen Auftritt am Sonnabend.

Von Berit Wagner

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