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Lebensräume weiter optimieren

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Von: Stephan Ernst

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Neben einer Landstraße stehen für den Naturschutz beschnittene Weidenstümpfe.
Elsholzwiesen durch ein Spezialunternehmen erreicht, hier eine Baumgruppe entlang der L 31. © Nabu

Heute ist Welttag der Feuchtgebiete. Dieser Gedenktag wurde 1997 von der Unesco ins Leben gerufen und soll die Bevölkerung hinsichtlich der Vorzüge und Werte von Feuchtgebieten sensibilisieren. Dadurch soll langfristig der Schutz der Feuchtgebiete als Rast- und Überwinterungsplatz für Wasser- und Watvögel sowie als Grundwasserfilter und Überschwemmungsschutz sichergestellt werden. Auch für das Naturschutzgebiet Elsholzwiesen südlich von Tangermünde ist dies von großer Bedeutung.

Zahlreiche verschleimte Kröten liegen durcheinander in einem roten Plastikeimer.
Auch Amphibien wie diesen balzenden Moorfröschen gilt die Aufmerksamkeit der Naturschützer. © Nabu

Tangermünde – Im Rahmen des Förder-Programms zur „Artensofortförderung“ des Landes Sachsen-Anhalt wurde jetzt in Trägerschaft des Nabu-Kreisverbandes Stendal das Projekt „Sofort-Verbesserung von Brutmöglichkeiten der vom Aussterben bedrohten Wiesenlimikolen begonnen. Es betrifft Arten wie den Großen Brachvogel, die Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine und den Kiebitz sowie zehn verschiedene Amphibienarten. Ebenfalls profitieren von diesem Programm die auf Europa-Ebene geschützte Rotbauchunke und der Kammmolch) sowie von Fledermäuse. Im wesentlichen wird der Schutz dieser Arten erreicht durch die Optimierung der Lebensräume. Dazu gehören Senkenvertiefungen mittels Kettenbagger und die Pflege von rund 200 Kopfweiden durch Spezialfirmen. „Damit verbessern sich die Lebens- und speziell-Brutmöglichkeiten der Vögel und Amphibien entscheidend“, heißt es in einer Mitteilung des Nabu-Kreisverbandes Stendal.

Das rund 160 Hektar große Naturschutzgebiet Elsholzwiesen ist eines der letzten Brutgebiete für die Wiesenlimikolen im Landkreis Stendal. Unter anderem brüten dort bis zu 25 Paare vom Kiebitz, 12 Paare der Bekassine, und zahlreiche weitere gefährdete Vogelarten wie Grauammer, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Wiesenschafstelze, Kraniche und Rohrweihe. Seit einigen Jahren sind ab April neben Gras- und Moorfröschen, Erd- und Kreuzkröten auch Rotbauchunken mit ihren melodischen Rufen zu hören. Der Nabu-Kreisverband Stendal engagiert sich seit 1991 – also seit nunmehr 30 Jahren – für den Schutz und die Verbesserung der Brutbedingungen im Naturchutzgebiet Elsholzwiesen. Die Flächen werden extensiv beweidet, es wird gezielt nachgemäht und gemulcht, es wurden Hunderte Kopfweiden gesteckt und gepflegt sowie gefährdete Pflanzenarten wie die Sumpfdotterblume wieder angesiedelt. Seit über 25 Jahren werden alljährlich mobile Amphibienschutzzäune aufgestellt, an denen jedes Jahr zwischen 2000 und 3000 Individuen abgesammelt und über die Straße getragen werden.

Eine Uferschnepfe stakst über eine grüne Wiese.
Wegen fehlender Brutmöglichkeiten sind Vogelarten wie diese Uferschnepfe ihrem Bestand gefährdet. Ihrem Schutz dient das laufende Nabu-Projekt. © Nabu

„Mit den jetzigen Maßnahmen besteht die Hoffnung, dass auch die „Sahnekirschen“ unter den Wiesenlimikolen sich wieder ansiedeln, nämlich der Große Brachvogel, die Uferschnepfe und Rotschenkel“, so Dr. Peter Neuhäuser vom Nabu-Kreisverband Stendal. Er konzipierte das Projekt gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Geologie und Analytik (IHU) Stendal.

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