Reiseantritt muss 60 Minuten vorher feststehen / Wünsche fließen ein

Altmärkische Senioren passen beim Rufbus: "Wir wissen nicht, warum"

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Die Linie 920 fährt über Tangermünde weiter nach Tangerhütte.

Tangermünde/Stendal – Während die im Tangermünder Stadtrat thematisierten Mitfahrbänke auf den glücklichen Zufall setzen, dass ein Autofahrer vorbei kommt, funktioniert das Prinzip Rufbus ganz anders: Ein Anruf, eine Anmeldung und dann ist er pünktlich zur Stelle.

Doch wie der Name schon verrät, kommt das öffentliche Verkehrsmittel eben nur dann angerollt, wenn es ausdrücklich angefordert wird. Meist zu schwachen Zeiten im Liniennetz, wie „Stendalbus“-Betriebsleiter Klaus-Dieter Schröter im AZ-Gespräch mitteilt. Leerfahrten werden somit vermieden.

Feste Zeiten gibt es trotzdem und die seien auch wichtig. „Zu freien Zeiten wäre es eine Taxifahrt und das würde den eigentlichen Taxis das Geschäft vermiesen. Daran haben wir kein Interesse“, erklärt Schröter. Im Fahrplan sind die Rufbusse mit einem Telefonhörer-Symbol gekennzeichnet. Damit sie pünktlich zur Abfahrtzeit erscheinen, muss wenigstens 60 Minuten vorher die Rufbusbestellung erfolgen. Wichtig sei es, die entsprechende Linie anzugeben, sowie Start- und Zielhaltestelle, die genaue Abfahrtzeit laut Fahrplan und die Personenzahl.

Fahrgäste müssen sich auch im Klaren sein, dass für die Nutzung 1,50 Euro Zuschlag pro Person zum eigentlich Fahrpreis fällig werden. Die Abfahrt erfolgt an der entsprechenden Haltestelle. An der Endstation sind die Fahrer kulant. „Das kann auch mal am Ortsende sein“, erklärt Schröter.

Seit 2010 können die Anwohner aus dem Landkreis Stendal das nachfragen-orientierte Busmodell in Anspruch nehmen. Nachdem es zu Anfangszeiten eher müßig genutzt worden sei, wären die Erfahrungen heute positiv behaftet, so Schröter. Doch vor allem ältere Fahrgäste würden sich noch schwertun. „Wir wissen nicht, warum“, tappt auch der Betriebsleiter im Dunkeln. Eine Online-Bestellung des Rufbusses gibt es nicht.

Übrigens: Auch Fahrgäste mit körperlicher Benachteiligung können das öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Zwar sei nicht jeder Rufbus barrierefrei, jedoch werde bei der Bestellung nach Rollstühlen oder Kinderwagen gefragt und ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug geschickt.

Eine Aktualisierung des Fahrplans erfolge jedes Jahr zum 1. August. Anmerkungen dazu nimmt das Unternehmen gerne auf, betont der Betriebsleiter. „Wenn es Defizite oder Wünsche gibt, dann können wir nur das bearbeiten, was wir auch wissen“, bittet Schröter die Fahrgäste Anmerkungen auch vorzutragen.

Der Rufbus kann von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr, sowie am Sonnabend von 8 bis 12 Uhr unter Tel. (03931) 68 99 555 angefordert werden, jedoch wenigstens 60 Minuten vor Fahrtantritt. Fahrten, welche außerhalb der Büroöffnungszeiten liegen, müssen am letztmöglichen Werktag vorbestellt werden.

VON LAURA KÜHN

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