Naturschutzkonferenz: 15 Jahre Unesco-Biospährenreservat Elbe

„Absolut positive Bilanz“

Während der Gesprächsrunde berichtet Anita Tack (3.v.r.) von den brandenburgischen Bauschmerzen, wenn es um das Miteinander von Naturschutz und Finanzen geht. Foto: Wagner

Tangermünde. „Die Bilanz fällt absolut positiv aus“, resümiert Dr. Hermann Onko Aeikens, Landwirtschaftsminister Sachsen-Anhalts, gestern während der Naturschutzkonferenz anlässlich des 15-jährigen Unesco-Biospärenreservats Flusslandschaft Elbe.

Minister und Vertreter der Elbanlieger Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erschienen zu einer Gesprächsrunde und Fachvorträgen im Grete-Minde-Saal. „Wir haben ein gutes Konzept für die Nachhaltigkeit geschaffen und leben es“, erklärte der Landwirtschaftsminister.

Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann, Sozialwissenschaftlerin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, präsentierte Ergebnisse einer Umfrage. Dabei stellte sich heraus, dass 30 Prozent der zum Biospährenreservat Mittelelbe Befragten den Naturschutz sogar als zu gering einstufen. 78 Prozent stimmten dem Fortbestand des Reservats sofort zu.

Dass Natur- und Umweltschutz nicht immer im Einklang mit den Finanzplänen steht, brachte Anita Tack, Umweltministerin Brandenburg, auf den Punkt. „Die Großschutzgebiete sollen gestärkt werden, aber gleichzeitig soll Personal und Gelder eingespart werden. Wir wollen in eine öffentlich-rechtliche Landesstiftung gehen“, erklärt Tack. Doch da beginnen bei ihr die Bauchschmerzen: „Das System der Großschutzgebiete würde auseinandergerissen werden, da es sich über mehrere Kreise erstreckt.“ Trotz alledem zeigt sich Tack entschlossen, neue Schritte zu gehen und „die Personal und Konsolidierung außen vor zu lassen.“

Die Minister zeigten sich zufrieden mit dem bislang Erreichten: Circa 343 000 Hektar Biosphärenreservat an 400 Elbekilometern entlang.

Von Berit Wagner

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