Dr. Rudolf Opitz: Keine Fördermittel aus dem Stark III-Programm für Tangermünde

750 000 Euro fehlen im Finanztopf

Der ehemalige Haupteingang der Johanniter-Kindertagesstätte Luisenstraße bleibt geschlossen. Die Abrissarbeiten sind zu 50 Prozent abgeschlossen. Nun erfuhren die Stadtväter, dass es für das Bauvorhaben keine Stark III-Fördermittel geben wird. Foto: Krach

Tangermünde. Die Finanzierung der neuen Kindertagesstätte an der Luisenstraße steht auf einem wackeligen Bein. Wie Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz am Mittwochabend den Mitgliedern des Hauptausschusses erklärte, entfallen die fest eingeplanten Stark III-Fördermittel des Landes.

„Wir waren optimistisch, standen wir doch auf der Prioritätenliste auf dem fünften Platz“, bedauerte Opitz.

Lange wurde im Stadtrat über den Bau einer neuen oder die Sanierung der alten Kindertagesstätte an der Luisenstraße diskutiert. Letztlich entschied man sich, auch aus Kostengründen, für einen Neubau. Nun fehlen satte 750 000 Euro im Finanztopf für die Einrichtung.

Derzeit prüfen Tangermündes Stadtväter verschiedene Möglichkeiten, denn aufgeben wollen die Stadträte das Projekt nicht. „Wir überlegen, ob wir die Wohnungsbaugesellschaft mit an Bord bekommen“, erläutert Opitz. Auch die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung des Trägers wäre für Opitz denkbar. Auch eine Kreditaufnahme seitens der Stadt soll überprüft werden, denn „die Zinsen sind derzeitig gering, der Kämmerer überprüft, in wie weit der Rahmen ausgeschöpft werden muss.“

Fakt ist, solange die Finanzierung nicht im Trockenen ist, soll der Bau nicht begonnen werden. Der Bau der Kindertagesstätte wird Thema für die kommenden Haushalte sein.

Das dreietagige Gebäude, das in letzter Zeit nur noch von den Kindern genutzt wurde, ist bereits halbiert. Der Jugendtreff, die Tafel und das Magazin des Museums waren bereits ausgezogen oder minimiert. Der hintere Teil des Plattenbaus aus den 1980er Jahren wurde bereits abgerissen. Der Betonschutt ist beseitigt, der ehemalige Keller bereits verfüllt und eine Metalltreppe führt zu den jetzt als Notausgänge deklarierten Etagen-Türen. Bevor der Winter kommt, muss nun noch die jetzt frei liegende ehemalige Innenwand isoliert werden.

Der vordere Teil des Baus ist noch unverändert. Der Eingang ist aber bereits an die Hofseite des Gebäudes verlegt worden. So können sich die Kinder bereits an den späteren neuen Zugang zu ihrer Kindertagesstätte gewöhnen, der auch vom Hof aus zu begehen sein wird.

Die neue Einrichtung soll ab dem Jahr 2014 circa 114 Kinder aufnehmen können. Es wird ein ebenerdiger Bau direkt neben der alten Kindertagesstätte. Das heißt, dass die Kinder fast zwei Jahre mit einer Baustelle leben müssen, die auch ihre Freiflächen einschränkt. So sehen die Kinder ihre neue Einrichtung aber auch wachsen. Ist der Neubau bis zum Herbst 2014 errichtet, kann das alte Gebäude abgerissen werden und die Kinder umziehen. Dann vergrößert sich ihre Spielfläche wieder.

2,3 Millionen Euro wird die Baumaßnahme für die Jüngsten der Stadt kosten. Aber mit Unterstützung der Hugo-Meyer-Nachfahrenstiftung.

Von Berit Wagner und Günther Krach

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