Tangermünde

160 Jahre Freundschaft

Eine Japanerin steht in einem mit traditionellen Rollbildern gestalteten Raum.
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Rollbilder sind ganz charakteristisch für die japanische Kunst. Mitorganisatorin Tomoko Germar aus Berlin präsentiert eine Auswahl von ihnen.
  • VonGünther Krach
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Am 24. Januar 1861 wurde der Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Japan und dem damaligen Preußen abgeschlossen. Das ist also 160 Jahre her und Grund für eine kulturelle Würdigung.

Tangermünde – Preußen hatte da zwar keinen Kaiser, aber einen König, nämlich Friedrich Wilhelm IV, dem im gleichen Jahr Wilhelm I. folgte, der 1871 Deutscher Kaiser wurde. Tangermünde durfte sich sogar schon früher Kaiserstadt nennen, weil die Stadt von 1373 bis 1378 bereits einen Kaiser in seiner Nebenresidenz auf der Burg beherbergte, nämlich Karl IV., den römisch-deutschen Kaiser, der in Prag seine Hauptresidenz hatte. So findet die jetzige dritte Japan-Ausstellung, „Japan in Tangermünde“, genannt, ganz im Zeichen dieser freundschaftlichen Beziehungen statt. Sie wird deshalb auch wieder, wie schon die Ausstellungen in den Jahren 2017 und 2019, von der Stadt und von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin unterstützt und organisiert von der Japan-Europe-Palace Art Association (JEPAA). Großes Engagement, die Freundschaft zu erhalten und auszubauen, legt auch Michael Student, Mitglied der JEPAA, an den Tag, der wieder viele Aufgaben der Organisatoren und Unterstützer in wochenlanger „Kleinarbeit“ vor den Ausstellungen erledigt, wobei ihn, wie schon 2017 und 2019, die in Berlin lebende Japanerin Tomoko Germar unterstützt. Die japanische Kunst und anderes mehr sind, wie schon 2019, wieder in zwei Ausstellungen zu sehen, nämlich in der Salz-kirche am Zollensteig und im Ausstellungskontor von Dietmar Siptrodt in der Kirchstraße, jeweils bis zum 31. August.

Eine Ausstellung, zwei Standorte: Neben der Salzkirche sind die Exponate auch in der Galerie Siptroth zu sehen. In der Bildmitte Michael Student und seine japanischen Freunde bei den letzten Vorbereitungen.

Am Samstag, 31. Juli, wird die Ausstellung um 15 Uhr mit einer Vernissage in der Salzkirche eröffnet. 73 Kunstwerke hängen dort: Ölbilder, monochrone Tusche-Malereien, Kaligrafien, Fotografien, Nihonga-Malereien, Aquarelle und Haikus. All das vermittelt den Besuchern sicher eine asiatische Atmosphäre, zumal noch japanische Getränke und Snacks von Geishas im Kimono gereicht werden und japanische Musik erklingt, zu der sogar getanzt wird. Ohne Geishas, aber mit den japanischen Getränken und Snacks, geht es um 17 Uhr im Ausstellungskontor weiter. Dafür hängen bei Siptroth neben 37 gerahmten Bildern weitere sieben Rollbilder. Und auf drei Räume verteilt warten vier Skulpturen auf ihre Betrachter.

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