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Zweifach-Räuber von Tangerhütte steht auf Brause

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Von: Marco Hertzfeld

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Eine Hand hält ein Messer.
Mindestens zwei Raubüberfälle sollen auf das Konto ein und desselben Täters mit einer Vorliebe für Brause gehen. Dabei hat er in beiden Fällen wohl ein Messer vorgezeigt. © imago

Die Polizei sucht nach dem Markträuber von Tangerhütte. Bei den mindestens zwei Geldüberfällen soll es möglichst bleiben. Kurios: Der Täter ließ jeweils einen Energydrink mitgehen.

Tangerhütte – Es könnte sich um ein und denselben Täter handeln. Die Polizei ist dem Supermarkträuber von Tangerhütte auf der Spur. „Nach jetzigem Ermittlungsstand wurden die Taten nach dem gleichen Modus Operandi begangen. Ein Zusammenhang ist daher wahrscheinlich“, teilt Behördensprecher Florian Sander in dieser Woche auf AZ-Nachfrage mit. Gemeint ist also die Art und Weise, wie die Überfälle Mitte Dezember und Mitte Januar stattgefunden haben. „Der Täter hatte bei beiden Überfällen ein Messer vorgezeigt und Bargeld verlangt.“ Und, einigermaßen kurios: „Weiterhin wurde bei beiden Überfällen ein Energydrink entwendet.“ Wie sehr die Polizei dem Täter bereits im Nacken sitzt, darüber lässt sich nur spekulieren. Die Bürger dürften bei einer Aufklärung des Falls aufatmen.

Täter schlägt stets freitagabends zu

Noch haben die Handschellen nicht geklickt. So manch Tangerhütter soll wegen der unaufgeklärten Taten einigermaßen schlecht schlafen, jedenfalls lässt die eine oder andere Leserreaktion diesen Eindruck zu. Der erste Überfall liegt bereits mehr als zwei Monate zurück. Am Abend des 17. Dezembers, eines Freitags, bedrohte ein Mann eine Angestellte des Netto-Marktes an der Rosa-Luxemburg-Straße. Der Täter und sein Äußeres wurden damals wie folgt beschrieben: 180 Zentimeter groß, dunkle Kleidung, hellblaue Coronamaske, Strickmütze und darüber eine Kapuze. Zudem soll er einen schwarzen Rucksack dabei gehabt haben und akzentfrei Deutsch gesprochen haben. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren. Angaben zur Höhe der Beute gibt es bislang nicht.

Ermittlungen laufen schon seit Wochen

Beim zweiten Überfall ging die Polizei nicht großartig an die Öffentlichkeit. Aus taktischen Gründen, die Ermittlungen sollten nicht gefährdet werden, hieß es damals auf AZ-Anfrage und wie oftmals bei derartigen Delikten. Getroffen hatte es am 14. Januar, wieder an einem Freitag und wieder abends, offenbar den Aldi-Markt an der Straße der Jugend und nicht, wie zunächst vermeldet, abermals den Laden an der Rosa-Luxemburg-Straße. Nach dem ersten Überfall wurde ein Strafverfahren eingeleitet, der Täter könnte sich demnach für räuberische Erpressung in mindestens zwei Fällen verantworten müssen. Stärker ins Detail will und kann Stendals Polizeisprecher Sander aktuell nicht gehen. Und: „Angaben zu tatverdächtigen Personen können derzeitig aus ermittlungstechnische Gründen nicht gemacht werden.“

Gewaltdelikte laut Revier rückläufig

Auf den Punkt gebracht, es könnte sich um ein und denselben Täter handeln, den Supermarkträuber mit einer Vorliebe für Energydrinks. Dass zwei verschiedene Räuber dieselbe Neigung haben, scheint doch eher unwahrscheinlich. So oder so laufen die Ermittlungen der Polizei. Dass Bürger in Tangerhütte und darüber hinaus zunehmend Angst haben müssten, kann Polizeikommissar Sander auf AZ-Nachfrage nicht sehen. „Insgesamt ist die Anzahl von Gewaltdelikten in den letzten Jahren landkreisweit rückläufig. Angezeigte Straftaten sind Einzelfälle und werden im Revierkriminaldienst bearbeitet. Von einer Ausdehnung der Gewaltdelikte kann nicht gesprochen werden.“ Konkrete Zahlen gibt es auf die Schnelle aus dem Revier, das für den gesamten Landkreis Stendal zuständig ist, nicht.

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