Ausbildung bei den Floriansjüngern Tangerhüttes / Prüfung steht bald an

Zukunftssicher: Fit für die Feuerwehr

Mit gemeinsamer Kraft wird eine Verletzte im Schleifkorb aus dem Fenster gebracht.
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Mit gemeinsamer Kraft wird eine Verletzte im Schleifkorb aus dem Fenster gebracht.

kr Tangerhütte. Für 40 Anwärter unterschiedlichen Alters aus den Ortswehren des südlichen Landkreises heißt es pauken, pauken, pauken. An vier Samstagen und Sonntagen wurden die Frauen und Männer der Tangerhütter Einheitsgemeinde für den Feuerwehrdienst fit gemacht.

In 72 Stunden lernten die neuen Mitglieder der Wehren das Einmaleins der Hilfeleistung. 

Zu Beginn stand die Theorie auf dem Plan, bevor an den Rettungsgeräten geübt werden konnte. So hieß es für die Ausbilder, ihr Wissen über Rechtsgrundlagen, Aufgaben einer Feuerwehr, Rechte und Pflichten, Fahrzeugkunde, persönliche Schutzausrüstung, Gerätekunde, Erste Hilfe, Technische Hilfeleistung, Gefahren im Einsatz und Brandbekämpfung an die Auszubildenden weiterzugeben. Am 18. Februar wird nun bei einer schriftlichen Leistungskontrolle das weitergegebene Wissen abgefragt.

Das Öffnen einer Pkw-Tür übten die Brandschützer.

Ein Blick in die Praxis: Im Tangerhütter Feuerwehr-Domizil wurde die Technische Hilfe zum Beispiel bei Unfällen geübt. Eigens dazu wurden zwei abgemeldete Fahrzeuge für Übungszwecke bereitgestellt. An weiteren Stationen wurde das Absichern, Ausleuchten der Einsatzstelle und das Retten über Leitern aus Höhen geprobt. Der Schleifkorb wurde mit der Rettungsleine gesichert. Dann kam der Einsatz für eine der Freiwilligen: Sie mimte eine verletzte Person und wurde im Schleifkorb gesichert aus dem Fenster des Obergeschosses gehoben. Draußen sicherten zwei Teams, immer zwei Feuerwehrleute, den oberen Teil der Steckleiter und ein Team den unteren vor Wegrutschen. Zusammen brachten die vier durch langsames Herablassen der stehenden Leiter den Schleifkorb zu Boden. Im Obergeschoss sicherte ein weiteres Team den Schleifkorb.

Bei jedem Verkehrsunfall steht die Rettung der Insassen an erster Stelle. Dazu muss gleichzeitig das Fahrzeug mit unterschiedlich hohen Holzstücken und Keilen, gesichert und die Einsatzstelle abgesichert werden – denn der Eigenschutz der Ehrenamtler ist ebenso wichtig wie das Retten der Insassen. Auch hier simulierten die angehenden Truppleute, wie sich einer der Retter in den Wagen zu der verletzten Person setzt, sie beruhigt und mit einer Decke vor Splitter schützt. Weiter wurde der Umgang mit Schere und Spreizer, die jeweils ungefähr 30 Kilogramm wiegen, geübt. So sägten die Retter die Frontscheibe heraus, zerstörten die weiteren Scheiben mit einem Federkörner, entfernten die Türen und klappten das Dach von der vorderen Säule. An einem weiteren schon zerlegten Fahrzeug zeigten die erfahrenen Ausbilder Hans-Joachim Schulze, Daniel Pasche, Tim Peatsch und Sebastian Knull, wie man eine Lenksäule zieht, wenn alle anderen Rettungsmaßnahmen erfolglos waren.

Die angehenden Feuerwehrleute lernen, wie ein Fahrzeug im Notfall Stück für Stück auseinandergenommen wird.

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