Verantwortliche äußert sich zu Kritik nach Schließtag

Wildparkleiterin Josefine Krohn: „Tiere stehen an erster Stelle“

Wildparkleiterin Josefine Krohn macht eines ganz deutlich: Die Tiere kommen für sie zuerst.
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Wildparkleiterin Josefine Krohn macht eines ganz deutlich: Die Tiere kommen für sie zuerst.

Weißewarte – Entsetzen, Verwunderung, Ärger: Dass der Wildpark Weißewarte jüngst einen Schließtag einlegen und für einige Tage seine Öffnungszeiten verkürzen musste, hat nach der Bekanntgabe im Sozialen Netzwerk so manche heftige Reaktion hervorgerufen.

Vor allem für Wildparkleiterin Josefine Krohn hagelte es nach dieser Maßnahme heftig Kritik. Denn wie so mancher Nutzer betont, habe es so etwas zu Zeiten von Vorgängerin Annette Friedebold nie gegeben.

Auf AZ-Anfrage erklärt Krohn, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist: Mehrere Mitarbeiter, darunter sie selbst, seien wegen Krankheit ausgefallen. „Wir haben alles Mögliche versucht, es auszugleichen“, so die Wahl-Stendalerin. Nichtsdestotrotz müsse auch für die übrigen Mitarbeiter das Arbeitsschutzgesetz eingehalten werden. Die Entscheidung wurde mit dem Betreiber des Parks, der Stadt Tangerhütte, getroffen. „Betriebsintern war das für uns die beste Lösung.“

So mancher Kritiker hätte die Lösung darin gesehen, dass Krohn selbst den Platz an der Kasse einnimmt – wie auch ihre Vorgängerin. Doch, dass womöglich die Tiere vernachlässigt werden könnten, während sie selbst am Einlass sitzt, komme für die gelernte Zootierpflegerin nicht in Frage. „Für mich stehen die Tiere an erster Stelle“, betont die Wildpark-Chefin im Gespräch mit der AZ. Ein Problem sehe sie darin, dass viele Menschen sich unter ihrer Arbeit nichts vorstellen könnten. Deswegen hat Krohn alle Interessierten im Sozialen Netz auch eingeladen, in den Park zu kommen, wo sie „über Hintergründe der Entscheidung und über weitere Änderungen der Stadt Tangerhütte“ informieren würde.

Auch der Vorschlag, den Förderverein des Parks mit ins Boot zu holen, sei nicht so einfach wie gedacht, erklärt Einheitsgemeindechef Andreas Brohm (parteilos). Die Kommune ist Betreiber des Parks. Rein verwaltungstechnisch sei es nicht möglich, schlichtweg ein Vereinsmitglied an die Kasse zu setzen. „Dort wird mit öffentlichem Geld gehandelt“, betont der Bürgermeister. Da spiele auch die Haftung, sollte irgendetwas schief gehen, eine Rolle.

Inzwischen sei aber eine Krankheitsvertretung eingestellt worden, berichtet die Leiterin. Der Park hat wieder, wie üblich, bis 18 Uhr geöffnet. Trotzdem bleibe die Lage schwierig. „Wir tun alles“, hofft Krohn, einen weiteren Schließtag möglichst vermeiden zu können.

VON LAURA KÜHN

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