Klage gegen Gießereihallen-Förderung

Wieder Stunk um die Kultur Tangerhüttes

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Das Kulturhaus ist sanierungsbedürftig. 

Tangerhütte. Stocksauer ist Dr. Frank Dreihaupt derzeit. Im vergangenen Jahr konnte er sich noch als Vorsitzender des Vereins „Aus einem Guss“ in Tangerhütte darüber freuen, dass der Verein vom Projekt „Land(auf)Schwung“ 10 000 Euro Förderung bekam.

Damit kann er die Arbeit für die Belebung der alten Tangerhütter Gießereihallen voranbringen und mitfinanzieren. Vergällt wird ihm das dadurch, dass es einen Widerspruch gegen diese Förderung gegeben hat, wie er jetzt erfuhr.

Der Widerstand kam aus Tangerhütte selbst – von der heimischen CDU-Fraktion. Die befürchtet die Konkurrenz, die die Gießereihallen für den Erhalt des Kulturhaus bedeuten würden. Zudem habe es für die Unterstützung des Projektes kein Votum vom Stadtrat gegeben.

Die Gießereihallen sollen wieder belebt werden.

Den Fall bestätigt Steffen Kunert von der für die Anträge zuständigen Regionalen Planungsgemeinschaft auf AZ-Nachfrage. Der Widerspruch wurde eingereicht von Bernd Liebisch im Namen der CDU. Liebisch ist Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Soziales – der Moderator von Angelegenheiten, die sich auch um die Gießereihallen drehen. Dreihaupt ist empört, dass es gegen sein Projekt, in dem er einen großen Gemeinnutzen für die ganze Einheitsgemeinde sieht, einen solchen Seitenhieb gab. „Man muss doch froh sein, dass überhaupt Geld rein kommt“, meint er. Er ahne Konkurrenzdenken hinter der Klage der CDU – wegen des kämpferischen Bekenntnisses der Christdemokraten für das sanierungsbedürftige Kulturhaus. „Aber wenn die Gießereihallen etwas werden, kann man Veranstaltungen dort überregional vermarkten – so viel lokale Konkurrenz wäre doch gar nicht gegeben.“

Marcus Graubner, Chef der CDU, begründet die Klage damit, dass der Stadtrat zum Förderantrag nicht angehört worden sei – und da die Gießereihallen auf städtischem Grund stehen, habe das geschehen müssen. Bürgermeister Andreas Brohm habe den Antrag einseitig unterstützt, womit die Politik übergangen worden sei, und wozu es zum Zeitpunkt des Widerspruchs im vergangenen Jahr noch offene Fragen gegeben habe. Zudem, so bestätigt Graubner, stünden die Gießereihallen sehr wohl in einer Konkurrenz mit dem zu schützenden Kulturhaus. Graubner meint aber auch: „Wir streiten uns zu oft über Kulturfragen. Wir müssen auch an andere Themen denken.“ Deshalb wolle man ein klärendes Gespräch mit Befürwortern der Gießereihallen suchen.

Von Kai Hasse

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