Wegen 12,50 Euro

Kein Wechselgeld – kein Paket. Letzteres musste sich Christian Nikoleit aus der Filiale abholen.

Tangerhütte - Von Alexander Postolache. Weil eine Zustellerin der Deutschen Post nicht genügend Wechselgeld dabei hatte, konnte der Tangerhütter Christian Nikoleit sein Paket nicht an der Haustür in Empfang nehmen. Auch der Beschwerdeweg war kein leichter, wie er der AZ gestern erklärte.

Nicht das erste Mal sei es der Fall gewesen. Christian Nikoleit kann es nicht verstehen, schüttelt den Kopf. Er bestellt oft Pakete per Nachnahme. Bei der jüngsten Sendung waren es Elektroteile. 127,50 Euro im Wert. 140 Euro hatte der 47-Jährige Tangerhütter zu Hause in bar gehabt, um den Betrag dem Mitarbeiter des Paketdienstes der Deutschen Post (DHL) überreichen zu können. „Ich habe nicht genug Wechselgeld dabei“, habe die Frau von der Post gesagt. Dabei wäre er sogar der erste Kunde auf ihrer Tour gewesen. Auch habe sie geantwortet, dass er ja einen Beschwerdeschein ausfüllen könne, die gebe es in der Postfiliale in Tangerhütte. Denn zu dieser musste der gebürtige Berliner mit einem Abholschein, den er bekam. „In Berlin habe ich so etwas nie erlebt. Da war es kein Problem per Nachnahme zu bestellen. Auf dem Land scheint man eigene Gesetze zu haben.“ Ein so großer Konzern müsse doch seine Zusteller mit genügend Wechselgeld ausstatten.

In der Filiale hätten ihn zwei nette Frauen bedient. Sein Paket bekam er, nur gab es keine Beschwerdeformulare. Eine Karte mit einer Servicenummer sollte Abhilfe schaffen. Am Telefon hätte er nur die Antwort bekommen, dass „die Zusteller kein Wechselgeld dabei haben müssen“.

Es gehe Nikoleit nicht um den Zusteller, vielmehr interessiert ihn die Frage, wie das Problem gelöst werden kann. Denn auch in Zukunft möchte er Pakete an der Schönwalder Straße empfangen, „da die Lieferung per Nachnahme einfach schneller geht.“

Die Nachfrage der AZ bei Rolf Schulz, Pressestelle der Deutschen Post in Berlin, ergab Folgendes: So seien Nachnahmesendungen in Deutschland nichts Ungewöhnliches. Somit hätte der Zusteller Wechselgeld dabei haben müssen. Zumal 12,50 Euro nicht schwer heraus zu geben seien. „Das hätte normalerweise kein Problem sein sollen.“ Des Weiteren sei ein Kundentelefon nicht nur da, um zu beraten. Die Beschwerde hätte angenommen werden und an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden müssen. Gegenüber der AZ erklärte er, sich der Sache anzunehmen.

Das Thema müsse geklärt werden. Und das sieht Christian Nikoleit genauso. Welche Lösung der Problematik die Deutsche Post bieten könne, darüber will Schulz die AZ in den nächsten Tagen darüber informieren.

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