Straßen, Kommunen und Flüsse tragen Namen aus der Elberegion

So viel Altmärkisches steckt in Namibia

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Der Fluss „Bismarck“ in Namibia ist nach dem „Eisernen Kanzler“ benannt. Wasser führt dieser Fluss jedoch nur vereinzelt nach Regenfällen. In der meisten Zeit ist das Rinnsal komplett ausgetrocknet. Auch in Straßennamen finden sich Ortschaften oder Persönlichkeiten der Altmark wieder.

Namibia/Lüderitz. Mehr als 9000 Kilometer ist Namibia entfernt, dennoch begegnen einem Altmärker in dem südwestafrikanischen Land vertraute Namen. Und das nicht nur in der Küstenstadt Lüderitz im abgelegenen Süden. Benannt ist die nach ihrem Gründer Adolf Lüderitz.

Der Bremer Kaufmann war der erste, der ein Stück Land auf der anderen Seite des Erdballs für das deutsche Kaiserreich in Besitz nahm und damit den Grundstein für die spätere Kolonie Deutsch-Südwest legte.

Die Lüderitz-Straße in Windhuk, der Hauptstadt des Staates Namibia, ist keine Magistrale.

Die „Verdienste“ dieses „cleveren“ Geschäftsmannes sind umstritten. Hat er doch die Nama (ursprüngliche Bewohner) beim Verkauf eines Teils ihres Stammeslandes gehörig übers Ohr gehauen. In Berlin soll die Lüderitz-Straße im Afrikanischen Viertel nun umbenannt werden. Das gleiche Schicksal ereilt die Nachtigal-Straße. In der deutschen Hauptstadt ist der in Eichstedt bei Stendal geborene Afrikaforscher Gustav Nachtigal, ebenso wie Lüderitz inzwischen als Kolonialist verschrien. In Stendal erinnert der Nachtigal-Platz an ihn. In Namibia zieren beide Namen weiterhin Straßenschilder.

In Lüderitz (Namibia) wird Gustav Nachtigal nach wie vor mit einer Straße geehrt. Vielleicht ist aber auch der gleichnamige Vogel mit Doppel-L gemeint.

Der wohl bekanntesten Altmärker, Otto von Bismarck, geboren in Schönhausen, wird in beiden Ländern nach wie vor geehrt. Obwohl auch er sich durch seine Blut-und-Eisen-Kriegspolitik nicht nur Verdienste erworben hat, wagt sich in seinem Heimatland niemand ernsthaft an den vielen Bismarck-Straßen-Namen zu rütteln. In Namibia ist sogar ein Fluss nach dem „Eisernen Kanzler“ benannt. Allerdings führt dieses Rinnsal unweit der Hauptstadt nur nach den seltenen Regenfällen Wasser. Die meiste Zeit liegt das Flussbett trocken.

Von Christian Wohlt

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