Altmärkisch-namibianische Partnerschaft möglich / Tangerhütter Stadtrat muss entscheiden

Urkunde soll Pakt besiegeln

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Das afrikanische Lüderitz ist eine Küstenstadt in Namibia, rund 9000 Kilometer Luftlinie vom altmärkischen Lüderitz entfernt. 

Lüderitz/Lüderitz. Was verbindet die Altmark mit Afrika? Der Name Lüderitz. Nur zwei Orte auf der Welt tragen diesen Namen. Grund genug für die Ortschaft der Einheitsgemeinde Tangerhütte und die Hafenstadt auf der anderen Seite der Erdkugel, mehr voneinander zu erfahren.

Es gebe großes Interesse in Lüderitz (Namibia), partnerschaftliche Kontakte nach Lüderitz in die Altmark zu knüpfen, hat Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (parteilos) die Idee im Stadtrat vorgestellt.

Ein Vertreter des afrikanischen Lüderitz, Bruno de Comarmond, hatte kürzlich die Altmark besucht und Brohm sowie der Lüderitzer Ortsbürgermeisterin Edith Braun (parteilos) das Anliegen übermittelt. Braun sei von der Idee hellauf begeistert und würde lieber heute als morgen ein großes Schild am Ortseingang aufstellen, dass die Partnerschaft verkündet. Doch für eine offizielle Verbindung muss erst der Stadtrat der Einheitsgemeinde seinen Segen erteilen. Das Thema soll nun zunächst in den Ausschüssen besprochen werden. Nächster Schritt könnte dann die Besiegelung einer gemeinsamen Urkunde sein.

Eine solche Beziehung zwischen namensgleichen Orten in Afrika und Deutschland wäre einmalig und würde große Aufmerksamkeit auf beide ziehen, sagt de Comarmond. Der Name Lüderitz würde noch bekannter, und der Tourismus könnte davon profitieren. Schon die ersten Kontakte erweckten überregionales Interesse. Nach der Altmark-Zeitung berichteten inzwischen auch andere, überregionale Medien davon.

Rund 9000 Kilometer Luftlinie trennen die beiden Lüderitz voneinander. Ein direkter persönlicher Austausch ist da schwierig. Um eine mögliche Partnerschaft mit Leben zu erfüllen, wären moderne Kommunikationsmittel gefragt. Über das Internet gibt es dafür vielfältige Möglichkeiten. Denkbar wären zum Beispiel Video-Konferenzen via Skype zwischen Schulen. Das sei eine tolle Chance, gerade für junge Menschen, mehr über einander zu erfahren. „Wir werden ja bald leistungsfähige Breitbandanschlüsse haben“, sagt die Ortsbürgermeisterin.

Das Städtchen Lüderitz in Namibia hat mit knapp 12 000 Bewohnern in etwa die gleiche Einwohnerzahl wie die Einheitsgemeinde Tangerhütte. Es liegt in einer der unwirtlichsten Gegenden der Welt. Umgeben von Wüsten bietet die Lüderitzbucht Schutz und ein angenehmes Klima. Dort leben noch knapp 50 Deutschsprachige, die Gegend ist von den Zeugnissen der deutschen Kolonialzeit geprägt.

Neben der Langustenfischerei zählt der Tourismus zu den wichtigen Wirtschaftszweigen. Dabei besinnt sich das Land zunehmend auf die deutsche Tradition. Als die Regierung vor Jahren den Ortsnamen ändern wollte, sind die Einwohner von Lüderitz auf die Straße gegangen, schwarze und weiße gemeinsam. Mit Erfolg. Nur das umgebende Gebiet wurde umbenannt und heißt heute „!Nami‡Nûs“ (Nama-Sprache: Land an der Namib-Wüste). Der Ort selbst hat seinen Namen behalten.

Von Christian Wohlt

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