Student erarbeitet Entwicklungskonzept für die Einheitsgemeinde

Von Träumen zu konkreten Plänen

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Die Workshops zur Stadtentwicklung hatten ein kleines, aber äußerst interessiertes Publikum.

Tangerhütte. Die Stadt hat wieder ein Gymnasium. Straßen und Wege sind in Schuss. Ein modernes Kulturhaus und eine Veranstaltungshalle an den alten Industriehallen ziehen Gäste aus nah und fern an. Die Innenstadt hat Flair, lädt zum Flanieren und Shoppen ein.

Dörfer und (Kern-) Stadt ziehen an einem Strang. Die Einheitsgemeinde ist ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Freizeitstandort, der neue Bewohner aus den überfüllten Städten lockt.

Die Ideen wie die Einheitsgemeinde Tangerhütte 2035 aussehen könnte, klingen zunächst utopisch. Doch die drei Workshops zum Thema Stadteinwicklung, die in dieser Woche in Lüderitz, Tangerhütte und Grieben stattfanden, waren alles andere als eine Märchenstunde. „Was sind die Stärken und Schwächen? Welche Wünsche und Visionen gibt es?“, wollte Maximilian Schochert von den Einwohnern wissen. Den Studenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe interessierten dabei besonders die Bereiche Bildung, Kultur, Wirtschaft, Versorgung, Siedlungsstruktur, Mobilität und Umwelt.

Für das Stadtentwicklungskonzept wurde die Einheitsgemeinde in die Gebiete Tangerhütte, Lüderitz und Grieben unterteilt.

Ziel ist im Rahmen einer Masterarbeit die Erstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes, das als Orientierungshilfe für die Ausrichtung der kommunalen Aktivitäten dienen soll. Schochert hat die Einheitsgemeinde in drei Regionen (Tangerhütte - Kernstadt; Lüderitz - B189, Grieben – Elbe) eingeteilt und dort zu den Workshops geladen. Jedes Gebiet habe seine eigenen Besonderheiten und Stärken. Doch nur im Zusammenwirken könne die Einheitsgemeinde erfolgreich sein.

Dass es noch viele Hürden und mentale Mauern zu überwinden gilt, wurde auf dem Workshop in Tangerhütte deutlich. So gebe es zum Beispiel ein reiches Vereinsleben in Stadt und Dörfern, ein übergreifender Verein, der alle Ortschaften einbindet, fehlt aber bisher. Und das Bewusstsein für die eigenen Stärken. „Wir wissen oft gar nicht, was wir haben“, beklagte Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos).

Als ein Beispiel dafür wurden die verschiedenen Parks genannt. Dass der Stadtpark Tangerhütte und der Gutspark Briest zum Landesnetzwerk Gartenträume gehören, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber auch in den Dörfern seien einige Gutsparks durchaus einen Besuch wert, merkte ein Bürger an. Straßen und Wege, die digitale Infrastruktur, Angebote für Familien und Senioren waren weitere Themen.

Die ersten, leider nur mäßig besuchten Workshops, dienten als Bestandsaufnahme. Aus den Ergebnissen wird Schochert, der übrigens seine familiären Wurzeln in der Region hat und jetzt in Amsterdam lebt, nun Leitsätze für die künftige Entwicklung formulieren. Diese sollen dann erneut mit den Bürgern diskutiert werden. Termine für die Folgeveranstaltungen sind im Mai geplant.

Von Christian Wohlt

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