Tangerhütte

Vertrauensvoller zusammenarbeiten

Stadträte sitzen an Tischen und heben während einer Abstimmung die Hände.
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Zügig arbeitete das Tangerhütter Stadtparlament seine Tagesordnung ab. Wichtigstes Thema war am Mittwoch Abend die Führung der Griebener Grundschule in eine sichere Zukunft.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Blumen, Sekt und „warme Worte“ – die Tangerhütter Stadtratssitzung am Mittwochabend war etwas Besonderes:

Tangerhütte – Die Fraktionsvorsitzenden, Bodo Strube (Linke), Frank Dreihaupt (Unabhängige Wählergemeinschaft Südliche Altmark), Marcus Graubner (CDU-FDP) und Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz) nutzten die Gelegenheit, dem im Amt bestätigten Verwaltungschef öffentlich zu gratulieren und ihm ein paar Wünsche für die künftige Zusammenarbeit mitzugeben. Andere, wie Rita Platte (Wählergemeinschaft Altmark-Elbe), hatten das schon zuvor intern getan.

Bodo Strube (Mitte) und Frank Dreihaupt (l.) wünschten Andreas Brohm alles Gute für die nächste Amtszeit.

Die Stimmung war entspannt. Doch ein Neuaufbruch fühlt sich anders an. Wer auf ein paar versöhnliche Worte des Stadtratsvorsitzenden Werner Jacob (CDU) zur Überwindung des Dauerclinchs zwischen dem Stadtrat und Brohm wartete, wurde enttäuscht. So blieben die Gedanken des Bürgermeisters dazu unkommentiert. „Wir brauchen Konstruktivität und Fairness“, sagte er. „Streit bringt uns nicht weiter.“

Auch Edith Braun gratulierte dem wiedergewählten Bürgermeister.

Sein Vorschlag: die verfahrene Situation durch ein Coaching überwinden. Die Konfliktparteien säßen dabei mit einem unabhängigen, verwaltungsrechtlich und psychologisch versierten Experten an einem Tisch und suchen gemeinsam nach einem Konsens für die gedeihliche Zusammenarbeit. Nimmt man sich den Sitzungsablauf am Mittwoch zum Maßstab, wäre das wohl gar nicht vonnöten.

Sachlich und konstruktiv wurde die Tagesordnung abgearbeitet. Nach knapp einer Stunde war der öffentliche Teil beendet. Der wohl wichtigste Beschluss, die Änderung des Einzugsbereichs für die Grundschule Grieben, die künftig auch die Kinder aus Cobbel und Uetz aufnehmen soll, wurde einhellig gefasst. Das sichere nicht nur die dortige Einrichtung, sondern trage zur Stärkung aller drei Grundschulstandorte in der Einheitsgemeinde bei, sagte Braun. Brohm verwies auf die insgesamt positive Entwicklung der Schülerzahlen und damit verbundene Herausforderungen. „Wie brauchen etwa 80 Geburten pro Jahr, um die Grundschulstandorte langfristig zu sichern. Daran müssen wir arbeiten“, sagte er.

Zum zügigen Sitzungsablauf trug bei, dass viele Punkte vertagt oder nur als Informationsvorlage behandelt wurden. Sicherlich spielte auch das für den späteren Abend anstehende Fußballspiel eine Rolle. Außerdem wurde offensichtlich erfolgreich neue Technik getestet, die es jedem einzelnen Stadtrat ermöglicht, sich mit einem eigenen Mikrofon zu Wort zu melden und so zumindest das gegenseitige akustische Verstehen im großen Saal des Kulturhauses deutlich erleichtert. „Das ändert die Atmosphäre zum Positiven“, stellte nicht nur Graubner fest. Ob sich auch die Atmosphäre zwischen Stadtratsmehrheit und Rathauschef grundsätzlich zum Positiven ändert, muss sich erweisen.

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