Altes Gymnasium Tangerhütte

Chance oder Macht der Märkte?

Ein großes Gebäude aus grauen Betonfertigteilen steht  in einem Industriegebiet.
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Auf dem früheren Gymnasium-Gelände sollen neue Einkaufsmärkte entstehen. Tangerhüttes Stadtrat gab für dieses Vorhaben jetzt grünes Licht.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Auf dem Gelände des früheren Altmärkischen Gymnasiums können neue Einkaufsmärkte entstehen. Der Stadtrat machte auf seiner jüngsten Sitzung dafür den Weg frei.

Tangerhütte – Konkret geht es um die Fläche, auf der die Turnhalle steht. Das eigentliche Schulgebäude ist zunächst nicht betroffen. Seine Zukunft steht weiter in den Sternen. Das ganze Areal, das vorher dem Landkreis Stendal gehörte, stand seit Jahren zum Verkauf. Vor rund einem halben Jahr hatte es nun den Besitzer gewechselt. Der neue Eigentümer sorgte zunächst für Ordnung auf dem verwilderten Grundstück. Was er genau damit vor hat, ist nicht bekannt oder noch nicht entschieden. Hinter den nun diskutierten Plänen steht ein Projektentwickler, der verschiedene Optionen der Nutzung auslotet.

Wie Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) mitteilte, gehe es unter anderem um die Ansiedlung eines Edeka-Marktes. Er kritisierte die Verfahrensweise. Schließlich gehe es um ein Gebiet von 16 000 Quadratmeter in bester Lage. Bei anderen, ähnlichen Projekten sei zuvor eine lange Diskussion in den Gremien des Stadtrates erfolgt. Als Beispiel nannte er Norma und Penny. „Hier wissen wir offiziell gar nichts“, sagte der Bürgermeister und kritisierte die „Macht der Märkte“, so etwas durchzusetzen.

Von einer „komfortablen Einkaufssituation“ sprach Bodo Strube (Linke). Immerhin gibt es schon sieben Einkaufsmärkte in der Stadt. Tangerhütte brauche nicht noch einen Riesenmarkt. Vor Jahren hatte er ein anderes Projekt auf Tapet gebracht. Auf dem Gelände sollten ein Wohnprojekt für Senioren nebst Handelseinrichtung entstehen. Wegen der befürchteten Konkurrenz zu den bereits bestehenden innerstädtischen Geschäften lehnte der Stadtrat dieses Konzept damals ab.

Doch die Zeiten ändern sich und damit auch die Meinungen. Die Mehrheit im Stadtrat sah das diesmal anders. Das Gelände sei schon lange ein Schandfleck. „Das ist eine einmalige Chance für eine sinnvolle Nutzung“, sagte Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz). Auch Marcus Graubner (CDU) befürwortete das Projekt und sieht dadurch positive Möglichkeiten für die Einheitsgemeinde. Mit 16 Ja- und sechs Nein-Stimmen, bei drei Enthaltungen, wurde schließlich grünes Licht gegeben.

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