Gemeindewehrleiter zieht Bilanz: 286 Einsätze im Jahr 2018

Tangerhütter Feuerwehr will kein Blut an den Händen

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Größte Anschaffung 2018: Innenminister Holger Stahlknecht (2.v.r.) brachte das neue Einsatzfahrzeug persönlich in Lüderitz vorbei.

Tangerhütte – Brände, Unfälle, Unwetter... Die Feuerwehren der Einheitsgemeinde Tangerhütte hatten im vergangenen Jahr reichlich zu tun. Genau 286 Einsätze listet die Bilanz 2018 auf, die Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm jüngst im Stadtrat vorstellte.

Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, als 133 Einsätze zu Buche standen. Hauptursache: Die extreme Trockenheit.

Im Sommer loderte es nicht nur im Einzugsbereich fast täglich, so etwa im Juli bei der Agrargenossenschaft Uchtdorf, wo ein Strohlager in Flammen stand. Feuerwehrleute aus der Einheitsgemeinde waren auch beim Großbrand an der Eisenbahnstrecke bei Seehausen mit im Einsatz.

Bereits am 1. Januar hatten die Kameraden alle Hände voll zu tun. Dass das frühere „Haus Altmark“ bis auf die Grundmauern niederbrannte, konnten sie aber nicht verhindern. Entsprechend machten Brände, mit rund 40 Prozent, einen vergleichsweise hohen Anteil aller Einsätze aus. Dem stehen etwa ebenso viele Hilfeleistungen (zum Beispiel bei Unfällen) gegenüber.

286 Einsätze verbucht die Feuerwehr der Einheitsgemeinde für 2018. Einer davon: Ein Brand des Strohlagers der Agrargenossenschaft Uchtdorf.

Knapp 365 000 Euro sind 2019 im Haushalt der Einheitsgemeinde für „den laufenden Betrieb“ der Feuerwehren eingeplant. Das entspricht in etwa dem Niveau der vergangenen Jahre. Dass die Ausgaben, trotz der vielen Einsätze im vergangenen Jahr, gleichgeblieben sind, liege daran, dass die Kosten meist von den Verursachern beziehungsweise deren Versicherungen erstattet werden. Für Investitionen sind in diesem Jahr 582 000 Euro eingeplant. Im kommenden Jahr werden es knapp eine Million und 2021 rund 2,5 Millionen Euro sein. In dem Jahr schlägt der Neubau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Lüderitz in der Bilanz zu Buche, begründete der Wehrleiter die hohe Summe.

Alle drei Einsatzbereiche (Tangerhütte, Lüderitz und Elbe) werden dann in dieser Beziehung modern ausgestattet sein. Es gebe aber nach wie vor Orte, in denen die Feuerwehrhäuser weder Toilette, noch Waschbecken verfügen. Für Fußballer, die 90 Minuten auf dem Platz schwitzen, seien überall Duschräume vorhanden. „Unsere Einsatzkräfte kommen nach vier/fünf Stunden zurück und können sich nicht mal die Hände waschen. Sie gehen oft mit dem Blut der Verletzten an den Händen nach Hause“, warb Wilhelm für eine bessere Ausstattung.

Auch der Fuhrpark müsse weiter modernisiert werden. Die Anschaffung weiterer Fahrzeuge sei dringend erforderlich. Eine weitere „Baustelle“ stelle die Verfügbarkeit von Wasserentnahmestellen dar. Auch hier habe sich die Trockenheit bemerkbar gemacht und einige Hydranten versiegen lassen. Die Schaffung neuer koste bis zu 30 000 Euro pro Brunnen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bedeute das aber nicht. Das notwendige Löschwasser konnte bisher stets problemlos herangeschafft werden.

Insgesamt 357 (Vorjahr 361) Feuerwehrleute gehören in den drei Bereichen den Einsatzabteilungen an. In einigen Ortschaften, so in Birkholz, gibt es kein aktives Feuerwehrmitglied mehr. Hingegen konnte in Ringfurth und Sandfurth die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt werden. Ein zunehmendes Problem: Immer weniger Einsatzkräfte verfügen über eine Atemschutzgeräteausbildung. Die Anforderungen dafür seien hoch, die Anreize zu gering, klagte Wilhelm. Er schlug eine zusätzliche finanzielle Entschädigung vor.

Die Zukunft der Einsatzabteilungen sieht er in der Jugendfeuerwehr. Deren Mitgliederzahl habe sich erfreulich entwickelt, von 16 im Jahr 2013 und 41 im Jahr 2017, auf 53 im vergangenen Jahr. Der Kinderfeuerwehr gehören 42 kleine Feuerwehrleute an. Die Mitgliederzahl der Alters- und Ehrenabteilung sei leicht rückläufig.

VON CHRISTIAN WOHLT

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