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Schwerbehinderter erhebt Mobbing-Vorwürfe in Tangerhütte

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Von: Lisa Maria Krause

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Eine Hand zur Faust geballt. Im Hintergrund verschränkt eine Person die Arme.
Ein Schwerbehinderter, der in Tangerhütte wohnt, erhebt Vorwürfe, dass eine Gruppe von Jugendlichen ihn sowohl dort als auch in Stendal mobbe. © imago stock&people

Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein Schwerbehinderter, wohnhaft in Tangerhütte, berichtet der AZ davon, dass er von Jugendlichen auf der Straße gemobbt werde. Das passiere sowohl in Tangerhütte als auch in Stendal.

Tangerhütte/Stendal - Die Aussagen – als Beispiel nennt er „Du Assi“ – hätten Bezug zu seiner Behinderung. Auch andere Menschen mit Behinderungen könnten davon betroffen sein, mutmaßt der Mann. Polizei, Stadt und die in Tangerhütte ansässige Lebenshilfe dementieren die Vorwürfe nicht direkt, können sie aber auch nicht bestätigen.

Meistens handele es sich um sechs Jugendliche, die auf Rädern und Mountainbikes unterwegs seien, schildert der Tangerhütter. In seinem Wohnort passiere das meist in der Nähe der Lebenshilfe, zu der er aber keinen direkten Bezug habe. Der Rentner habe dort vor Jahren mal ein Praktikum gemacht.

In Stendal seien es dieselben Jugendlichen, die ihn mobben. Zumindest würden sich die Gruppen absprechen, glaubt der Tangerhütter. Diese Vorfälle ereignen sich laut dem Schwerbehinderten seit mindestens 2020. Er habe sie der Polizei gemeldet, eine Anzeige von 2021 sei allerdings erfolglos geblieben.

Der Lebenshilfe ist der mutmaßlich Betroffene bekannt. Ramona Radzanowski, Assistenz der Geschäftsführung, berichtet auf AZ-Anfrage, dass der Tangerhütter vor Corona zum Mittagessen in die Einrichtung gekommen sei. Zu der Zeit habe er nichts von solchen Vorfällen berichtet.

Auch, dass andere Menschen mit Behinderung, die die Lebenshilfe-Werkstätten besuchen oder auf dem Gelände wohnen, auf der Straße gemobbt würden, kann Radzanowski nicht bestätigen. „Wir haben mit unserem sozialen Dienst gesprochen. Da ist nichts bekannt.“

Laut Andreas Brohm, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, sind solche Vorfälle auch im Rathaus nicht bekannt. Die Lebenshilfe gehört zur Gemeinde, aber auch den Beirat für Behinderung innerhalb der Einrichtung hätten keine Mobbingvorwürfe erreicht. „Er hat sich nicht an uns gewandt“, sagt Brohm.

Die Stendaler Polizei bestätigt auf Anfrage den Eingang von drei Anzeigen des Tangerhütters wegen Beleidigung über die vergangenen Jahre. „In den Sachverhalten wurde er von Jugendlichen beleidigt. Die Gründe dafür waren nicht erkennbar oder schwer zu definieren“, erklärt Pressesprecher Dirk Marscheider. Jeweilige Verfahren seien geführt worden beziehungsweise liefen aktuell noch, die Entscheidung liege abschließend bei der Staatsanwaltschaft.

Die Betreuerin des Schwerbehinderten erzählt der AZ, dass ihr Klient von ihr keinen Besuch und auch keine Hilfe wolle. Von seinen Vorwürfen wisse sie nichts. Ihr Klient sei willensstark und gehe gern seinen eigenen Weg, fügt sie im AZ-Gespräch hinzu.

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