Annahmestelle eröffnet morgen / Kreissprecherin: Keine dauerhafte Lösung

Tangerhütte: Neuer Recyclinghof schon aussortiert

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Ein Blick über den Maschendrahtzaun: Die Container sind in Position geschoben. Der Recyclinghof von ALS und Landkreis soll morgen den ersten Tag öffnen. Eine Dauerlösung dürfte das kommunale Gelände dort nicht sein.

Tangerhütte – Der Landkreis und seine ALS-Dienstleistungsgesellschaft werben für den Recyclinghof Tangerhütte am neuen Standort. Doch so rund scheint es hinter den Kulissen nach wie vor nicht zu laufen.

Sollten die Behälter zunächst auf einem Gelände an der Birkholzer Chaussee aufgestellt werden, stehen sie nun an der Gießereistraße, auf dem Areal des städtischen Bauhofes.

Die Annahmestelle soll am morgigen Freitag eröffnet werden. Ihr Ende ist aber bereits absehbar. Kreissprecherin Angela Vogel spricht auf AZ-Nachfrage von einer Übergangslösung, bis eine dauerhafte Lösung gefunden sei. „Wann sie zum Tragen kommt, kann aufgrund offener Vertragsverhandlungen derzeit nicht gesagt werden. “.

Ein Baustellenschild zur Straße hin kündet von Errichtung und Betrieb eines Recyclinghofes.

Bei einem ist es offenbar geblieben: Betreiber des Recyclinghofes ist der Verein Lebenshilfe für Behinderte, der an der Birkholzer Straße unter anderem mehrere Werkstätten betreibt. Gleich nebenan auf einem früheren Firmengelände sollte der Recyclinghof eingerichtet werden. Noch vor einigen Wochen zeigte sich der Landkreis optimistisch, dass dies gelingt. Offenbar hakt es am Geld. Kreissprecherin Vogel leicht sperrig: „Bei der Bewertung einer möglichen Fläche werden verschiedene Kriterien angesetzt. So spielen neben der Lage, der Erreichbarkeit, der Beschaffenheit der Fläche natürlich auch die Kosten eine zentrale Rolle. Daher fiel die Wahl auf den Standort an der Gießereistraße.“

Der Recyclinghof Tangerhütte befand sich schon einmal auf dem Gelände des Bauhofes und wurde im Frühjahr 2015 an die Tangermünder Chaussee verlegt. Zwischen Landkreis und ALS auf der einen Seite und dem Betreiber dort soll es zunehmend geknirscht haben. Offenbar hatte es zu guter Letzt ein monatelanges Gerangel zwischen dem Unternehmen und der öffentlichen Hand um neue Preise und Rechnungen gegeben. Für viele Bürger überraschend und plötzlich wurde die Sortierstelle im April dieses Jahres dichtgemacht, sie standen vor verschlossenem Tor (die AZ berichtete). Die Verantwortlichen in Stendal und Osterburg hatten offensichtlich erst einmal keinen Plan B und empfahlen, andere Annahmestellen anzufahren.

Der Recyclinghof an neuem altem Standort auf Zeit hat freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet und sonnabends zwischen 9 und 12 Uhr. Allzu viel Zeit ist das nicht. „Sobald eine dauerhafte Lösung etabliert ist, werden die Öffnungszeiten ausgeweitet“, verspricht die Kreissprecherin. Was das genau heißt, bleibt offen. Wobei sie noch anmerkt: „Die Recyclinghöfe Bismark und Osterburg haben ebenfalls an zwei Tagen in der Woche geöffnet.“ Neben den genannten Höfen gibt es noch die in Havelberg, Tangermünde und Seehausen sowie die große Abfallannahme- und Umladestation (AUS) in Stendal. Der Landkreis umfasst neun Einheits- und Verbandsgemeinden, weitere Höfe soll es nicht geben.

Entsorgt werden können in Tangerhütte laut ALS mit Sitz in Osterburg Hausmüll, Elektroschrott und sonstiger holzartiger Sperrabfall, dazu Baum- und Strauchschnitt, Metallschrott sowie rein mineralischer Bau- und Abbruchabfall. Die Lebenshilfe als Betreiber werde in der Anlaufphase durch Personal der ALS unterstützt, hieß es bereits im Juli. Ob das in dem Maße noch gilt und wie schnell der Hof an Routine gewinnt, wird sich zeigen. Die Container stehen jedenfalls seit einigen Tagen bereit, und am Zaun der Gießereistraße 9 kündet ein großes Schild von dem Angebot. So oder so, Behörden und Abfallwirtschaft im Landkreis scheinen sich nach wie vor neu zu sortieren.

VON MARCO HERTZFELD 

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