Kassenärztliche Vereinigung schreibt aus / Mindestumsatzgarantie als Anreiz

Suche nach Augenarzt für Tangerhütte

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Fachärzte sind auf dem Land Haltefaktoren für die in den kleinen Städten lebenden Menschen. Seit über 26 Jahren versorgt in Tangerhütte Dr. Isolde Borstell die Menschen – aber sie will in den Ruhestand gehen. 

Tangerhütte. Schon einzelne Menschen können bisweilen für einen ganzen Ort eine Haltefunktion haben – wie Fachärzte. Das Beispiel ist Dr. Isolde Borstell, Augenärztin in Tangerhütte, die in den Ruhestand gehen möchte.

Für sie will die Kassenärztliche Vereinigung (KV) einen Nachfolger suchen, während Bürgermeister Andreas Brohm versuchen will, mit „weichen Faktoren“ für medizinisches Personal in der Tangerstadt zu werben.

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte die KV entschieden, dass eine Augenarzt-Praxis in Tangerhütte gebraucht wird. Nun soll eine Ausschreibung mit einer Mindestumsatzgarantie helfen. Die Garantie würde bedeuten, dass Nachfolger auch bei wenig Patienten finanziell abgefedert werden. Sie soll ein Anreiz sein.

Borstell ist, schildert ihr Mann Gerhard, bereits seit 1980 Ärztin in Tangerhütte, damals noch in der Poliklinik im heutigen „Alten Schloss“. Etwa zehn Jahre später, zur politischen Wende, ließ sie sich als Augenärztin nieder. Sie führt die Praxis also seit über einem Vierteljahrhundert. Nun will sie in den Ruhestand, eine Außenstelle in Tangermünde hatte sie bereits vor einigen Jahren aufgegeben. Einen Nachfolger zu finden, könnte schwierig werden, glaubt Gerhard Borstell. Seine Frau hatte Patienten aus dem kompletten Bereich des alten Landkreises Tangerhütte, bis hinab nach Angern und Dolle.

Andreas Brohm hat bereits mit Vertretern der KV gesprochen, und stellte auch bekannten Ärzten aus dem großen Berlin die Frage: „Was muss ich bieten, damit Du in die Altmark kommst?“ Die Antworten deuten darauf, dass das Umfeld ordentlich punkten muss. „Die Exoten, deren Kinder gern reiten“, nennt Brohm ein Beispiel für jemanden, der gerade auf dem Land die Vorteile findet, die er sucht: eben Möglichkeiten des ländlichen Raumes. Und er meint, dass man den Ärzten organisatorisch entgegenkommen muss – was Suche nach vorhandenen Mietobjekten angeht. „Weiche Faktoren“, nennt er es, als Landgemeinde Angebote machen zu können, die die anderen nicht haben.

Von Kai Hasse

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