Rege Diskussion auf Einwohnerversammlung in Tangerhütte

Streit um Parkplätze

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Auf der Einwohnerversammlung in Tangerhütte wurde zum wiederholten Male über die Wiederherrichtung der fünf Parkplätze gegenüber der Postfiliale diskutiert.

Tangerhütte. „Jetzt reicht es mit dem Thema. Wir haben auch noch andere Fragen“, beendete ein Zwischenruf nach einer halben Stunde die heftige Parkplatzdiskussion auf der Einwohnerversammlung in Tangerhütte.

Rund 80 interessierte Bürger waren am Mittwochabend in den Speisesaal der Grundschule gekommen, um von Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) Neues über die Stadtentwicklung zu erfahren und mit ihm zu diskutieren. Das wurde rege genutzt.

Über den kleinen Platz gegenüber der Postfiliale wurde nicht zum ersten Mal gestritten. Vertreter der anliegenden Gewerbetreiben forderten erneut, die fünf Parkplätze wieder herzurichten. Sowohl im Ortschaftsrat als auch im Stadtrat hatten sie sich dafür stark gemacht und dort eine Liste mit fast 1500 Unterschriften übergeben. „Das war wohl alles umsonst“, machte Siegfried Zimmermann seiner Enttäuschung Luft.

Brohm verwies auf das Votum des Ortschaftsrates, an das er sich gebunden fühle. Der Stadtrat könne letztlich zwar anders entscheiden. Dafür müsste das Thema aber auf offiziellem Weg, zum Beispiel über den Antrag einer Fraktion, eingebracht werden. Nur mit einer Unterschriftensammlung seien demokratische Entscheidungen nicht zu kippen. Es entspann sich ein heftiger Schlagabtausch. „Sammelt doch mal Unterschriften für Bänke und Sträucher“, erinnerte ein anderer Zwischenrufer an die Grünfläche, die sich zu DDR-Zeiten an dieser Stelle befand.

Tangerhütte fehle es insgesamt an Bäumen und Blumen, beklagte eine ältere Dame. Das konnte der Bürgermeister nicht bestreiten. Er verteidigte erneut die Abholzungen in der Industriestraße und in der Schönwalder Chaussee. Brohm forderte die Bürger auf, Vorschläge einzureichen, wo etwas Neues gepflanzt werden soll. Ein weiteres Ärgernis, das zur Sprache kam: der desolate Zustand vieler Gehwege in der Stadt.

Das größte Interesse der Anwesenden galt dem geplanten Straßenausbau im sogenannten Sanierungsgebiet Nordost (Bebelstraße und angrenzende Straßen), für den die Anlieger laut Gesetz mit zur Kasse gebeten werde müssen. Das Gesamtprojekt wird sich über einen Zeitraum von fast zehn Jahre erstrecken. Brohm stellte die geplanten Maßnahmen vor und versprach, rechtzeitig über jeden Abschnitt zu informieren.

„Eine gelungene Veranstaltung. Ich nehme sehr viel Informationen mit“, fasste Bodo Strube zusammen. „Wir sollten viel öfter auf diese Weise miteinander sprechen“, forderte der Stadtrat der Linken. Andere waren weniger begeistert. Die Parkplatzverfechter zogen enttäuscht von dannen. In ihrem Schlepptau AfD-Landtagsabgeordneter Ulrich Siegmund, der sich darüber entrüstet, dass ihm als Ortsfremden auf der Einwohnerversammlung das Rederecht versagt worden war.

Von Christian Wohlt

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