Tangerhütter Überfall-Opfer über die Nachwirkungen nach brutalem Angriff in der Nacht

„Das steckt man nicht so einfach weg“

Eine friedliche, wenig befahrene Straße in Tangerhütte – direkt neben Rathaus und dem Polizei-Büro darin: Hier gab es in der vergangenen Woche einen Überfall. Fotos / Screenshots: Hasse
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Eine friedliche, wenig befahrene Straße in Tangerhütte – direkt neben Rathaus und dem Polizei-Büro darin: Hier gab es in der vergangenen Woche einen Überfall.
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Tangerhütte. Es steckt den beiden Tangerhüttern noch in den Knochen, der Überfall vom vergangenen Freitag. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben.

„Das kann man nicht so einfach wegstecken“, sagt der 71-jährige Mann, der in der Nacht zusammen mit seiner Frau Opfer wurde.

Speziell über aufbauende und mitfühlende Post haben sich die Opfer in den vergangenen Tagen gefreut.

Der Tangerhütter wirkt nicht grad mimosenhaft, aber er hat auch gelitten. „Nachts bei jedem Geräusch schreckt man wieder hoch“, sagt er. Und auch gerade seine Frau wird noch länger unter den Erlebnissen leiden. Er hat eine Hand in Gips und Schrammen im Gesicht. Aber die körperlichen Verletzungen sind nicht die schlimmsten. Er ärgert sich über manche Äußerungen, die die psychische Belastung bagatellisieren, auch im Internet. „Man soll sich nicht so anstellen“, sagen manche. Der 71-Jährige kann da nur den Kopf schütteln. Das Gefühl, fremden Eindringlingen in der eigenen Privatsphäre hilflos ausgeliefert zu sein, das wirke nach. Er fühlt vor allem auch für seine Frau.

Umso mehr freut sich der Tangerhütter über Bekannte, die dem älteren Paar nun Mut machen. Wie mit einer Karte, in der andere Tangerhütter dem Paar ihr Mitgefühl ausdrücken und ihnen Wünschen, dass sie das Erlebte verarbeiten und „wieder frohen Mutes nach vorn blicken können“. Das, sagt der Mann, war aufbauend, und sehr feinfühlig. Nächstes Projekt für die beiden Geschädigten ist es, ihr Haus weiter gegen Einbruch abzusichern.

Derweil versucht die Polizei, Hinweise auf die Täter zusammenzutragen. Marc Becher, Sprecher der PD Nord, erklärt: „Die Ermittlungen laufen, derzeit jedoch leider noch ohne Erfolg.“ Konkrete Abläufe kann er nicht schildern, um den Tätern nicht noch zu helfen. Die Spurensuche sei aber umfassend, dazu gehören Spuren am Tatort – in der breiten Palette von DNA-Spuren bis hin zur Reifenspur. „Wir hoffen, dass eine dieser Spuren letztendlich zum Erfolg führen wird“, sagt Becher.

Von Kai Hasse

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