Innen- und Sportminister auf Stippvisite beim VfB „Elbe“ Uetz

„Sportstätten in der Fläche nicht plattmachen“

Fast so schön wie ein Treffer: Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (M.) und Vereinsvorsitzender Marco Lust gruppierten sich mit den Mädchen und Jungen der Uetzer F-Jugend im Tor auf dem idyllisch gelegenen Fußballplatz. Fotos (2): ct-press

Uetz. Ihren gestrigen Trainingstag werden die Jungkicker der F-Jugend des 1923 gegründeten Vereins für Bewegungsspiele (VfB) „Elbe“ Uetz sicherlich nicht so schnell vergessen. Sie waren gerade beim Warmmachen, als zwei dicke Limousinen mit Blaulicht auf den Sportplatz bogen.

Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU), der die Ortschaft besuchte, hatte sich spontan entschlossen, die Anlage in Augenschein zu nehmen und nutzte die Gelegenheit, gemeinsam mit den Kindern ein paar Bälle zu treten. Begleitet wurde er vom frisch gebackenen Vereinsvorsitzenden Marco Lust sowie vom Uetzer Ortsbürgermeister Jörg Rudowski.

Anlass für die Visite: Der Uetzer VfB, der zu den besonders rührigen Vereinen in der Einheitsgemeinde Tangerhütte zählt, feiert im Juli 90. Geburtstag – und der Minister ist dazu als Ehrengast geladen. Nun wollte er sich vorab informieren. Ort des Treffens mit weiteren Vereinsmitgliedern: das Dorfgemeinschaftshaus. Stahlknecht zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Uetzer Sportler für ihren Verein und die Gemeinde. „Ihr könnt mit mir rechnen und ich werde viel Zeit mitbringen“, versprach er zum Ende des Gesprächs.

„Bevor irgendwo um Hilfe gebeten wird, versuchen sie die Dinge alleine zu regeln“, lobte der Ortsbürgermeister „seine“ Sportler. Das gelte zum Beispiel für den Erhalt der örtlichen Sporthalle (Baujahr 1982), die auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Die bereits investierten 48 000 Euro und ungezählte ehrenamtlichen Arbeitsstunden reichten aber nicht, um alle notwendigen Arbeiten zu erledigen.

Finanzielle Hilfe vom Land konnte Stahlknecht aber nicht versprechen. Er verwies auf die kommunale Verantwortung für diesen Bereich. „Hier ist der Stadtrat gefragt“, sagte er und fügte hinzu: „Es wäre eine politisch weise Entscheidung, solche Sportstätten in der Fläche nicht platt zu machen.“

VfB-Chef Marco Lust ging auf die Probleme ein, die viele Sportvereine in der Altmark zu bewältigen hätten. So werde es immer schwieriger, Nachwuchs zu finden und in bestimmten Altersklassen Mannschaften zusammenzustellen. „Wir müssen da die Schranken in den Köpfen einreißen“, sagte Lust und verwies auf die Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich mit dem „Lokalrivalen“ SV Grieben. Derweil spielt die Herrenmannschaft des VfB Uetz in der höchsten Kreisklasse. „Für uns als kleiner Ort ist das eine große Sache“, betonte der Vorsitzende. Immerhin arbeiten viele Spieler außerhalb und opfern einen Großteil ihrer Freizeit für den Sport und damit für das idyllisch gelegene Elbdorf.

Von Christian Wohlt

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