Haushalt vorgestellt – Kommune profitiert von Kürzungen bei Jugendhaus, höheren Steuern und Finanzverteilung im Land

Spielbein tänzelt wieder: Schwarze Zahlen in Tangerhütte

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Der Haushaltsplan umfasst 364 Seiten. 

kah Tangerhütte. Nach einem miesen Jahr 2016 sieht es finanziell in 2017 für Tangerhütte wieder etwas rosiger aus. Es gibt ein Plus – zumindest in einem der beiden Budget-Teile. 5200 Euro Überschuss hat der Ergebnisplan.

Das ist schonmal ein Gewinn im Vergleich zu 2016. Ganz düster sah der Teilbereich des Budgets im November 2016 aus – da ging man von einem Minus von über 360.000 Euro aus. Aktuellere Berechnungen setzen den Betrag auf immerhin noch 146.761 Euro Miese.

Und jetzt, für 2017, das Plus. Das hat aber zumindest einen Haken: Der andere Bereich des Haushaltes – der Finanzplan – hat immer noch ein sattes Defizit von 506.500 Euro. Dieser Teil umfasst die Vermögenswerte und Finanzströme der Kommune und ist ebenso ein wichtiger Teil des Haushaltes. Finanzplan und Ergebnisplan sind, radikal runtergebrochen in einen Vergleich, quasi „Standbein und Spielbein“ des Haushaltes. Tangerhüttes Spielbein tänzelt langsam wieder. Aber das Standbein braucht eine Krücke. Oder: einen weiteren Kredit. Der Kreditrahmen lässt das zu. Zugleich wird versucht, die Verschuldung zu bremsen. Bis 2020 soll das laufen. Dann käme die Krücke weg.

Grund für die zumindest teilweise gute Bilanz sind die ersten Sparmaßnahmen aus 2016, sagt Bürgermeister Andreas Brohm: „Hätten wir die Steuern nicht angehoben und das Schüler- und Freizeitzentrum nicht angefasst, hätten wir jetzt ein Minus“, sagt er, „wir gewinnen Handlungsfähigkeit.“ Aber es bleibe eine Herausforderung, den Finanzplan auf Vordermann zu bringen. Geholfen beim Haushalt 2017 hatten auch eine für Gemeinden günstigere Verteilung von Steuermitteln im Land (das Finanzausgleichsgesetz FAG, bei dem Kommunen und Land um Ihre Anteile streiten) und geringere Zahlungen an den Landkreis.

Stadträte waren zufrieden. Tangerhüttes Ortsbürgermeister Gerhard Borstell nutzte den Punkt, um die Mittel für die Ortschaften anzusprechen. Zumindest der Kernort leide an zu wenig Geld für Großveranstaltungen.

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