Neuer Teilabschnitt von „Bernies Backsteinwelten“ fertiggestellt

Söhne wollen das Erbe erhalten

+
In der Scheune in Windberge ist die Pracht traditionelles Maurerhandwerk zu bewundern.

Windberge. Ganz unscheinbar sieht sie aus, die Scheune von Familie Schreiber in Windberge am hinteren Ende des Vierseitenhofs. Manch ein Landwirt hätte vielleicht seinen Traktor darin geparkt oder Heuballen verstaut.

Doch öffnet man die großen Rolltore, kommt etwas wahrhaftig Unerwartetes zum Vorschein.

Als sei es einer anderen Zeit entrissen worden, steht hier ein Bau aus roten Backsteinen, auch genannt „Bernies Backsteinwelten“. Die eindrucksvollen Gewölbe waren das wahrlich außergewöhnliche Hobby des gelernten Betonbauers, Bernd Schreiber.

Boon Schreiber führt durch das beeindruckende Erbe seines Vaters. Das Tonnengewölbe aus Lehmziegeln ist im Juli fertiggestellt worden.

„Er kam hier irgendwann vorbei und beschloss, den Hof zu kaufen“, berichtet Schreibers ältester Sohn Boon. Dauerhaft habe sein Vater das Gehöft in der Altmark nicht bewohnt, immer nur zeitweise. „Wenn er Maurer hier hatte“. Denn neben Schreiber-Senior selbst, haben über die Jahre auch diverse Maurergesellen an den Gewölben mitgewirkt, „um zu mauern, wie früher“.

Einst begann alles mit einem Tonnengewölbe nebst Steinbackofen und Kamin, wo die Familie zusammen gefeiert und im Ofen Brot und Kuchen gebacken habe. Es folgen weitere Anbauten. Erst im Juli ist das Tonnengewölbe aus Lehmziegeln nach rund dreijähriger Bauzeit fertig geworden. „Das ist was anderes“, verweist Boon auf den Unterschied zur Bauweise mit Backsteinen. „Die Ziegel sind noch feucht und trocknen erst mit der Zeit.“

Die Lehmkuppel ist das Herzstück des inzwischen verstorbenen Vaters gewesen, berichtet der älteste Sohn der AZ. Trotz Krankheit habe sein Vater das fertige Werk unbedingt noch sehen wollen, bevor er wenig später starb.

Nun obliegt es den vier Söhnen des Backsteinliebhabers – Boon, Fabian, Florian und Felix – das Erbe des Vaters zu bewahren. „Wir wollen das hier natürlich er- und behalten“, berichtet Boon. „Aber wie, das ist nicht so einfach“ und sei momentan unklar. Denn auch die vier Brüder sind keine Altmärker. Alle Entscheidungen zu den Backsteinwelten möchten die Schreiber-Söhne nichtsdestotrotz gemeinsam treffen. Auch ohne ihren Vater soll es am Sonnabend, 6. Oktober, wieder ein Zusammentreffen in „Bernies Backsteinwelten“ geben, zu dem auch teilnehmende und interessierte Maurer eingeladen sind.

Von Laura Kühn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare