Bulgarischer Investor will eine Klinik im alten Wagenführ-Anwesen einrichten

Schönheits-OPs im „Alten Schloss“

Das „Alte Schloss“ in Tangerhütte hat den Besitzer gewechselt. Hier könnten nach den Plänen des bulgarischen Besitzers künftig Ärzte ihrer Arbeit nachgehen – inklusive Schönheits-OPs.
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Das „Alte Schloss“ in Tangerhütte hat den Besitzer gewechselt. Hier könnten nach den Plänen des bulgarischen Besitzers künftig Ärzte ihrer Arbeit nachgehen – inklusive Schönheits-OPs.
  • VonKai Hasse
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Tangerhütte. Das „Alte Schloss“ in Tangerhütte ist verkauft worden. Ein bulgarischer Investor will in dem alten Gebäude ein Klinik-Haus einrichten. Unter anderem sollen Schönheitsoperationen in dem ehemaligen Sitz der Fabrikanten-Familie Wagenführ stattfinden.

Wie eine Vertreterin des bulgarischen Investors erklärte, habe man sich bereits mit Denkmalschutz, Architekt und Verwaltung der Einheitsgemeinde Tangerhütte vor Ort getroffen und die Möglichkeiten, die das Gebäude bietet, erörtert. Klare Richtung derzeit: Ein Klinik soll entstehen, möglicherweise auch eine Einrichtung für Senioren – mit nicht allzu vielen Betten, denn der Platz in dem „Alten Schloss“ ist trotz der 50 Zimmer begrenzt. Ein medizinischer Bereich, der speziell angesprochen wird, ist die Schönheitschirurgie. Außerdem, so heißt es, soll es auch möglich werden, dass sich Fachärzte in einem Stockwerk ansiedeln können.

Der neue Besitzer, Dr. Neven Enchev, besitzt bereits mehrere private Krankenhäuser in Bulgarien. Eines der wichtigsten Themen – was bei den denkmalschutzrechtlichen Bestimmungen an Umwandlungen möglich ist – müsse er derzeit abklären.

Das Gebäude ist eigentlich eine Villa, die die Fabrikantenfamilie Wagenführ in den Jahren 1873/74 als Wohnhaus am ebenfalls neu angelegten Park errichten ließ. Noch prächtiger ist die nur einen Steinwurf entfernte zweite Villa. Wegen der Größe und der ursprünglichen architektonischen Pracht taufte der Tangerhütter Volksmund die beiden Gebäude „Altes Schloss“ und „Neues Schloss“.

Mutmaßungen über neue Nutzungen gab es einige: Ein Seniorenheim war im Gespräch, und einer der jüngsten Interessenten hatte eine Art „Biker-Hotel“ im Sinn. Daraus wurde aber nichts. Mit der Nutzung als Klinik würde sich die nun avisierte Planung des Bulgaren gut in die Geschichte fügen, meint nun etwa Bürgermeister Andreas Brohm. Denn das Haus war in der Vergangenheit bereits eine Poliklinik. Zumindest, was die jüngere Geschichte des Hauses angeht, seien die aktuellen Pläne eine Art „Back to the roots“.

Von Kai Hasse

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