Hilfsbereitschaft in Schernebeck / Letzte Löscharbeiten nach dem großen Brand

Wahrscheinlich war ein Rauchmelder wieder einmal "Lebensretter"

Schernebeck. Die 35-jährige Familienmutter schaute Dienstagvormittag etwas fernsehen und wollte sich gerade noch einen Kaffee holen. Da plärrte der Rauchmelder los. Sie lief ums Haus, fand das Feuer: „Ich habe dann erstmal versucht, es zu löschen“, sagt sie.

Sie nutzte, was grad zur Hand war: einen Eimer. Aber das Feuer war viel zu groß, es brannte letztlich das ganze Haus samt Nebengebäude nieder (AZ berichtete).

Einen Tag danach ist sie froh, dass sie schnell geschaltet hat, als sie merkte, dass das Löschen unnütz sein würde: „Ich habe mir meine Tochter genommen und meine Schwiegermutter geholt, und dann nur noch raus.“ Der Rest des Tages war ein Kampf der Feuerwehr gegen die Flammen. Die Nachbarin steht am Tag danach am Gatter des Hauses und beobachtet Feuerwehrleute beim Nachlöschen möglicher letzter Glut. Der Dienstag steckt auch ihr noch in den Knochen. Das alles beschreiben? Ihr fehlen die Worte. Sie hatte Angst, wie es jeder gehabt hätte, machte den vollkommen erschöpften Feuerwehrleuten aber Kaffee.

Die Familie selbst ist nun bei der Schwägerin der Familienmutter untergekommen. Die hilft und organisiert, bringt auch mal ihre Verwandten auf den Boden der Tatsachen, wenn denen grad alles etwas viel wird. Die Mutter, die aus dem brennenden Haus floh, sitzt erschöpft, aber zumindest gesund am Küchentisch. „Hauptsache ist, dass alle gesund sind“, sagt sie glücklich in ihrem Unglück. Und sie ist froh, dass es den Feuermelder gab: „Ein Feuermelder in der Wohnung ist bombig, das muss man mal sagen.“ Die 85-jährige Schwiegermutter ist wohlauf in der Stube, ihr 16-jähriger Sohn, der wegen des Brandes vorgestern aus dem Schulunterricht geholt worden war, geht mit den Hunden. Die dreijährige Tochter, die zusammen mit der Mutter wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung im Krankenhaus gewesen war, sieht gesund aus. Der Vater, der während des Ausbrechens des Feuers gearbeitet hatte, nimmt Spenden aus der Nachbarschaft entgegen.

Die Schernebecker spenden: Mehrere Dorfbewohner kommen vorbei und geben Hausrat ab, die Klassenlehrerin des Sohnes war da. Nächste Woche soll die Familie in eine Wohnung der Einheitsgemeinde ziehen können, damit sie erstmal ein Dach überm Kopf hat. Die Ortschaft selbst plant eine Sammelaktion für die Familie: Am Freitag zwischen 18 und 19.30 Uhr sowie am Sonnabend zwischen 14.30 und 16 Uhr kann man Hilfsgüter im Dorfgemeinschaftshaus abgeben, so Ortsbürgermeister Lutz Herms. Gebraucht werden etwa Kleidung in den Größen 54 und 56 sowie Schuhe. Auch eine Sammelbüchse steht bereit zur Anschaffung von Haushaltsgeräten. „Wir müssen so dankbar sein“, sagt die Mutter dazu.

Von Kai Hasse

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