Schlagabtausch zwischen Bürgern und Stadträten im Bauausschuss

Tangerhütte: Radweg lässt Emotionen kochen

Edith Braun (2.v.l.) stellte sich der Diskussion mit den Radwegbefürwortern.
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Edith Braun (2.v.l.) stellte sich der Diskussion mit den Radwegbefürwortern.

Tangerhütte – Im Tangerhütter Bauausschuss ging es am Mittwochabend hoch her. Das Thema Radweg Birkholz – Cobbel ließ mal wieder die Emotionen hochkochen, obwohl die diesbezüglichen Anträge von der Tagesordnung abgesetzt wurden.

Diese müssten zuerst im Stadtrat behandelt werden, erklärte Einbringerin Edith Braun (WG Lüderitz). Mit der Begründung, das Thema gehöre in den Bauausschuss, hatte sie am Montag im Sozialausschuss ebenfalls einen Rückzieher gemacht.

Die Art und Weise sorgte bei den anwesenden rund 20 Radweg-Verfechtern für Unverständnis und Empörung. Ausschussvorsitzender Peter Jagolski (SPD) tat gut daran, Volkes Meinung Raum zu geben. Eine Dreiviertelstunde glich die Ausschusssitzung einer lebhaften Bürgerversammlung. Es wurde geredet, geschrien, gefragt, geantwortet, sich entschuldigt und letztlich sogar gegenseitig für den Meinungsaustausch gedankt. Insgesamt ging es dabei nicht nur um den Radweg, sondern auch um das Verhältnis zwischen Volksvertretung und Volk. Die einen fühlten sich missverstanden und unter Druck gesetzt, die anderen nicht ernst genommen und übergangen.

Niemand habe die Absicht, den Radweg zu verhindern, stellten die Ausschussmitglieder einhellig klar. Braun, die als Ortsbürgermeisterin und damit als Gast an der Versammlung teilnahm, drohte sogar mit rechtlichen Schritten, wenn ihr das jemand unterstellt. Ihr gehe es vielmehr um ein rechtlich sauberes Verfahren. Baulastträger für den Radweg sei der Landkreis, der sich aus der Verantwortung stehle. Das wolle sie verhindern und im Kreistag für eine saubere Lösung auch für ähnliche Fälle sorgen. Dem Engagement der Bürgerinitiative, die mehr als 50 000 Euro für den kommunalen Eigenanteil zur Förderung für das Millionen-Projekt gesammelt hatte, zollten alle Ausschussmitglieder Anerkennung.

„Was habt ihr denn unternommen, dass der Radweg gebaut werden kann?“, hakte Manfred Klein, Bürger aus Cobbel, nach. Daniel Wegener (WG Zukunft) verwies auf einen mit Landrat Patrick Puhlmann (SPD) vereinbarten Termin im September. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wer das Risiko für mögliche Mehrkosten trägt. Die könnten sonst der Gemeinde auf die Füße fallen. Das Schlossdach sei ein warnendes Beispiel dafür. Ungeachtet der laufenden Debatte hat sich für Montag hoher Besuch am künftigen Radweg angesagt: Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) lässt es sich nicht nehmen, den Förderbescheid persönlich vorbei zu bringen. VON CHRISTIAN WOHLT

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