„Pflege ist meine Welt“

Die Auszubildenden der Altenpflege beschäftigten sich mit den Senioren des Wohnparks in Tangerhütte. Bewegung und Gespräche, die allen Spaß machten.

Tangerhütte - Von Alexander Postolache. Noch gebe es genug Personal im Tangerhütter Senioren-Wohnpark. Doch es müsse an die Zukunft gedacht werden. Der Bedarf an gut ausgebildetetem Personal steige. Der Altenpfleger gehört unter anderem dazu.

„Die Pflege ist eher meine Welt“, sagte Marlen Hagemann gegenüber der AZ. Und trotzdem sieht auch sie die Beschäftigung mit den Menschen, denen die junge Frau als Auszubildende in der Altenpflege in alltäglichen Dingen hilft, für sehr wichtig an. Marlen ist nicht die einzige Auszubildende, die im Tangerhütter Senioren-Wohnpark die Praxis erlernt. Insgesamt sind es fünf angehende Altenpflegerinnen. Eine weitere, die an jenem Mittwoch dieser Woche in einer von mehreren Gruppen verschiedene Formen und Ideen in Sachen Beschäftigung mit auf den Weg bekam, ist Nadine Lindekugel. Sie ist eine von zwei Auszubildenden, die jedes Jahr laut Heimleiterin Heike Hocker im Wohnpark zur Altenpflegerin ausgebildet werden.

Den „eigenen Nachwuchs“ zu fördern, sei sehr wichtig, so Hocker weiter. „Sie kennen die Philosophie des Unternehmens und auch die individuellen Bedürfnisse der Bewohner.“ Der Mangel an Mitarbeitern in diesem Bereich sei ein aktuelles Thema. Auch wenn es in Tangerhütte noch kein Problem darstelle, müsse man die Augen nicht vor der Zukunft verschließen, den Bedarf jetzt erkennen und genügend Fachkräfte bereitstellen. „Die Mindestanforderungen sind der Abschluss der zehnten Klasse“, informierte die Heimleiterin. Hilfreich sei auch, die einjährige Ausbildung des Altenpflegehelfers in Anspruch zu nehmen, „ein guter Ausgangspunkt“. Wer diesen Abschluss schon in der Tasche habe, könne innerhalb von zwei Jahren zum examinierten Altenpfleger werden.

Eine „enge Zusammenarbeit“ herrsche mit dem IWK in Stendal, der nicht nur selbst ausbilde, sondern auch den theoretischen Teil für die Tangerhütter Azubis übernehme. Zusammen mit Stendaler Lernenden und den Tangerhüttern wurde am Mittwoch im Senioren-Wohnpark Gruppenarbeit geleistet. Das Thema „Herbst“ hatten sich die vier jungen Frauen und drei jungen Männer ausgesucht, Inhalt der Biographiearbeit, wie die AZ von Lehrtherapeutin Kerstin Hentschel vom IWK erfuhr. So soll das Gedächtnis trainiert, angenehme Erinnerungen wach gehalten werden. Aber auch Bewegungsübungen standen auf dem Programm. „Die jungen Menschen müssen lernen, auf die Senioren einzugehen“, so Hentschel. So habe ein angehender Altenpfleger eine Übung mit den Beinen machen wollen, musste jedoch feststellen, dass in der Gruppe einige Rollstuhlfahrer saßen und sich etwas Neues einfallen lassen. „Wenn der Geist und der Körper gefördert werden, gefordert sind, entlastet die Arbeit der Beschäftigungstherapie auch die Arbeit in der Pflege“, machte Hocker deutlich. Denn wer beweglich ist, seine Bewegungen gut koordinieren kann, der hat es unter anderem beim Anziehen leichter. Für die Beschäftigungseinheiten gebe es in Tangerhütte vier Mitarbeiter, die sich nur um diese Aufgabe kümmern würden.

Es gebe allerdings Grenzen, wie die Heimleiterin betonte. Man müsse auch respektieren, wenn manche Bewohner lieber für sich seien wollen. Auch „ist unser Haus keine Reha-Einrichtung“. Und somit würden die Kranken- und Pflegekassen nur einen bestimmten Teil bezahlen. Auch sollten die Angehörigen stärker mit eingebunden sein, sich auch um ihre Verwandten kümmern. „Dass ich mich mit den Bewohnern bei der Pflege unterhalte, oder auch mit ihnen ein Lied singe, das gehört für mich zum Beruf dazu, macht Spaß und bringt den Menschen auch viel“, erklärte Marlen Hagemann abschließend.

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