Auswirkungen des fehlenden Regens machen nicht nur Landwirten zu schaffen

Pferdehof geplagt von der Trockenheit

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Auf dem Pferdeschutz- und Gnadenhof sollen die Pferde ein artgerechtes Leben führen können.

Cobbel. Zwar verspricht der Himmel endlich den lang ersehnten Regen, doch mehr als ein paar Tropfen können die Wolken am Dienstagvormittag einfach nicht entbehren. Dabei hoffen nicht nur Landwirte und Hobbygärtner vergeblich auf eine Abkühlung.

Auch andere sind von der Trockenheit betroffen – wie der Pferdeschutz- und Gnadenhof in Cobbel.

Die Weiden sind kahl, verdorrt und braun. „Ich verfüttere jetzt schon Heu, was eigentlich für den Herbst gedacht war“, teilt Angela Jackowski, Gründerin des Pferdeschutzhofes, der AZ besorgt mit. Denn natürlich hat dies Konsequenzen: Das für die kühle Jahreszeit vorgesehene und dringend benötigte Heu für die Pferde müsse schließlich nachgekauft werden.

Das ist ein großes Problem für den vorrangig auf Spenden angewiesenen Hof. Zum einen sind die finanziellen Mittel ohnehin schon begrenzt. Doch nun treiben auch noch Ernteausfälle in vielen Teilen des Landes die Heu-Preise in die Höhe. „Es fehlt der zweite Schnitt“, beklagt Jackowski. aus diesem Grund können sie nicht wie üblich beim Landwirt ihres Vertrauens einkaufen, sondern müsse nach Alternativen suchen.

Der Pferdeschutz- und Gnadenhof ist eine „tierheimähnliche Einrichtung“, welche sich ausschließlich auf den Schutz der Pferde stützt. „Hier ist alles vertreten von den Kaltblütern über die Reitponys bis zu den Shettys“, erklärt die 65-Jährige. Statt beim Schlachter zu landen oder in schlechter Haltung vor sich hin zu vegetieren, kauft der Hof die Tiere frei und biete ihnen ein artgerechtes Leben.

Auch Reitstunden seien mit dieser Philosophie kein Problem. „Die Pferde wollen ja beschäftigt werden“, sagt Jackowski – aber nur unter gewissen Voraussetzungen. So legt die Gründerin des gemeinnützigen Vereins Wert darauf, dass die Pferde sich nicht ständig an neue Reiter gewöhnen müssen und mit einem passenden Sattel versorgt werden. „Wenn wir Schuhgröße 40 tragen, wollen wir uns ja auch nicht in eine 38 quetschen.“ Aufklärungsarbeit sei ihr sehr wichtig und auch darin bestehe eine Funktion des gemeinnützigen Vereins.

„Pferde sind Bewegungstiere, die gehören nicht in eine Box“, betont die 65-Jährige. „Und Heu ist das wichtigste“. Um dieses anzukaufen seien nun dringend Spenden erforderlich. „Im Frühjahr wird es noch teurer sein“, prognostiziert die Pferde-Freundin betrübt. Was passiert, wenn sie nicht genug Geld zusammen bekommt, mag sie sich noch nicht ausmalen. „Dann haben wir ein Problem.“

Informationen für eine kleine oder größere Spende sind der Internetseite des Hofs unter www.pferdefreizeithof-cobbel.de zu entnehmen.

Von Laura Kühn

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