Kürzungen bei der Polizei: Innenminister diskutiert mit Tangerhütter Kommunalpolitikern

„Personalabbau war ein Fehler“

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Die Tangerhütter Stadträte Wolfgang Kinszorra (SPD, l.) und Bodo Strube (Linke, r.) diskutierten mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU).

Tangerhütte. „Die Polizei ist zu wenig präsent.“ „Es kann nicht sein, dass sich die Beamten für den Einsatz beim G20-Gipfel rechtfertigen müssen.“ „Was wird aus den Ortschaftsräten?“ ….

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) wurde bei seinem Treffen im Tangerhütter Neuen Schloss mit Fragen und Meinungen der Basis konfrontiert.

Dass die Kommunalpolitiker des Stadtrates der Einheitsgemeinde und aus den Ortschaften dem Gast aus Magdeburg dabei im wörtlichen Sinne auf die Pelle rückten, war durchaus gewollt.

Auge um Auge wurde diskutiert und Stahlknecht gab auch für einige überraschende Einsichten preis. Zunehmende Randale und Einbrüche beklagte Stadtrat Peter Jagolski (SPD) und wünschte sich wieder mehr Polizeipräsenz in Tangerhütte. „Die Ganoven wissen ganz genau, wenn keine Polizei vor Ort ist“, pflichtete ihm Bodo Strube (Linke) bei. „Wir haben zu wenig Beamte. Der Personalabbau bei der Polizei war ein Fehler“, gab der Minister unumwunden zu. Inzwischen würden wieder mehr Ordnungshüter ausgebildet und eingestellt. Die Talsohle werde 2018 durchschritten und das Ziel von 6660 Beamten im Lande angepeilt.

Wolfgang Kinszorra (SPD) sprach andere Themen an. Die Einheitsgemeinde Tangerhütte sei bald für Rettungseinsätze an einem Autobahnabschnitt zuständig und müsse die Kosten für die notwendigen Aufrüstungen der Technik in der Feuerwehr tragen. Eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommune forderte er auch insgesamt. Tangerhüttes Gehwege seien in einem katastrophalen Zustand und die Gemeinde habe kein Geld für Reparaturen.

Auch das Thema Treuldeich brachte der Vorsitzende des entsprechenden Ausschusses an, obwohl Stahlknechts Ressort nicht für den Hochwasserschutz zuständig ist.

Edith Braun, Ortsbürgermeisterin von Lüderitz, nutzte die Gelegenheit, um den Sportminister zum ersten Windparklauf am Sonntag, 27. August, einzuladen. Nach einem Blick in seinen Terminkalender gab ihr Stahlknecht dann allerdings einen Korb. „Dann eben im nächsten Jahr“, ließ sich Braun davon nicht beeindrucken.

Von Christian Wohlt

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