„Nicht vergessen werden“

Ortschaftsrat Cobbel spricht sich für Begräbniswald aus

+
Rechterhand des Weges stellt sich der Ortschaftsrat Cobbel für die Zukunft einen Begräbniswald vor.

Cobbel – Zwar mag ein Friedhof ein Ort der Trauer und des Gedenkens sein, doch hat das kleine Wäldchen Rechterhand des Weges auf der Begräbnisstätte in Cobbel etwas sehr Beruhigendes.

Das Blattwerk der Bäume strahlt unberührt in sattem Grün, Gräber gibt es auf dieser Seite des Friedhofes bislang noch nicht.

In Zukunft könnte sich das jedoch ändern: Der Ortschaftsrat des Tangerhütter Ortsteils möchte - so der Stadtrat seine Zustimmung gibt - dort einen Begräbniswald entstehen lassen.

„Die Älteren haben Angst, dass ihre Gräber nicht mehr gepflegt werden können, wollen aber nicht vergessen werden“, berichtet Ortsbürgermeisterin Edda Ahrberg der AZ, wie die Idee zustande gekommen ist. „Während dieser Legislatur haben wir uns immer wieder mit dem Friedhof befasst.“ So habe sich der Ortschaftsrat auch mit unterschiedlichen Bestattungsformen auseinandergesetzt und den Blick auf andere Friedhöfe gerichtet.

Ein Begräbniswald vereinfache die Grabpflege, erklärt die Ortsbürgermeisterin. Die Verstorbenen werden in Urnen beigesetzt. Statt Grabstein gibt es ein Namenstäfelchen am Baum. Die Einzelpflege der Gräber entfällt. „Familien können auch einen ‘Familienbaum’ kaufen oder reservieren.“

Für den Begräbniswald bedürfe es entsprechend hochgewachsener Bäume mit ausreichend Abstand zu einander. „Wenn das klappt, ist es ein rundum schöner Friedhof“, wünscht sich Ahrberg. Auch von der Verwaltung sei die Idee bereits geprüft worden. „Grundsätzlich ist es möglich“, ist die Ortsbürgermeisterin guter Dinge. Neben der neuen Bestattungsform kann in Cobbel auch standartmäßig in Sarg oder Urne, aber auch auf der Urnengemeinschaftsanlage mit aufliegender Platte oder der grünen Wiese, ganz anonym, bestattet werden.

Details und genaue Pläne für die Umsetzung des Bestattungswaldes müssen jedoch noch auf sich warten. „Wir wollten das in dieser Legislatur noch anschieben“, so die Ortsbürgermeisterin zur AZ. Die konkrete Ausgestaltung obliege dann dem neuen Ortschaftsrat, welcher am 26. Mai bei den Kommunalwahlen gewählt wird. Zudem muss der Stadtrat Tangerhütte zunächst sein Okay geben, worauf Ahrberg stark hofft. In der Ortschaft sei die Idee bislang positiv aufgenommen worden. „Etliche haben schon gesagt, sie wollen sich da begraben lassen.“

Ob letzten Endes also nur Anwohner aus Cobbel in dem Begräbniswald zur letzten Ruhe gebettet werden oder auch Bestattungen von außerhalb zugelassen werden, ist momentan noch unklar.

Auch für den Krumker Wald in der Einheitsgemeinde Osterburg gab es letztes Jahr bereits Pläne für einen Ruheforst (AZ berichtete).

VON LAURA KÜHN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare