Tier rückt noch ein Stück mehr ins Rampenlicht

Nilkrokodil im Colbitzer Wasserwerk: Panzerechse feiert 45. Geburtstag

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Gunter Hellmann vor einigen Jahren beim Versuch, das Nilkrokodil anzulocken. Das Reptil stammt aus Mali.

Colbitz – „Bitte sehr. “ Natürlich hat Peter Bogel ein aktuelles Foto seines Stars parat. Das Nilkrokodil Theophila ist in den vergangenen 45 Jahren zu einem regelrechten Maskottchen in Colbitz geworden. Das Reptil lebt dort im Wasserwerk.

Der Sprecher der Trinkwasserversorgung Magdeburg (TWM) macht sich erst gar keine Illusionen, die Panzerechse wird beim Tag der offenen Tür wieder einmal im Rampenlicht stehen. „

Zahlreiche Altmärker waren in den letzten Jahren unsere Gäste. “ Nilkrokodile werden bis zu vier Meter lang und können in Gefangenschaft 80 Jahre alt werden.

Gunter Hellmann, ein früherer Leiter des Wasserwerks, brachte das Tier 1974 aus Mali mit. Der Ingenieur hatte bei Aufbau und Entwicklung der Wasserversorgung in dem westafrikanischen Staat geholfen. Zum Dank gab es das Baby-Reptil.

Seit 1976 hat Theophila im Werk ein Zuhause. Der Name stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie die Gottesfreundin. Ja richtig, bei dem gut vier Meter langen, urzeitlich anmutenden Bewohner der Anlage handelt es sich um eine Dame. Wenn sich Gäste die Wasseraufbereitung erklären lassen, gehört ein Abstecher zum Terrarium einfach dazu.

Diesen aktuellen Schnappschuss von Theophila hat der TWM-Sprecher in die Altmark geschickt.

Wobei an diesem Punkt schon so manche Legende beginnt. Doch: Theophila kann sicherlich einiges, aber sie prüft nicht die Wasserqualität. Dafür ist das Labor zuständig. Nicht zuletzt Generationen von Schülern und Kindern aus Tagesstätten Sachsen-Anhalts kennen das Nilkrokodil. Es ist ein Aushängeschild. Die Colbitzer betreiben Bogel zufolge das größte Grundwasserwerk des Landes. Es versorgt die Landeshauptstadt Magdeburg, den Salzlandkreis sowie die Landkreise Börde und Jerichower Land. Zwischen Colbitz und Stendal im Norden liegen etwa 40 Kilometer. Tangerhütte liegt irgendwo dazwischen.

Das Werk nutzt die Grundwasservorkommen in der Colbitz-Letzlinger Heide, die sich zu einem beachtlichen Teil in der Altmark befindet. Dies und vieles mehr sollen die Besucher am Sonntag, 16. Juni, weiter erläutert bekommen. „Wer das Wasserwerk besichtigen möchte und sich über die Geschichte und Herkunft des Trinkwassers in unserer Region informieren will, ist herzlich willkommen“, lässt Bogel die AZ wissen. Erstmals können die Gäste die Anlagen auf einem Rundgang selbstständig erkunden. Mitarbeiter stehen für Fragen zur Verfügung. Einlass zum 23. Tag der offenen Tür ist um 10.30 Uhr.

Schon traditionell wird die Veranstaltung um 11 Uhr mit einem Konzert des Kinder- und Jugendchores Magdeburg am Hegelgymnasium im historischen Maschinenhaus eröffnet. Zum offiziellen Startschuss werden auch Heidekönigin Sarah II. und die Waldkönigin Sachsen-Anhalts, Christiane Heinrichs-Vogel, erwartet.

Danach beginnt ein buntes Programm. Das Sax’n-Anhalt-Orchester und die SMH-Diskothek wollen für gute Unterhaltung sorgen. Kremser fahren in den nahen Lindenwald. Für Sechs- bis 14-Jährige werden ab 13 Uhr separate Führungen durch das Werk angeboten. Schnellzeichner Karl-Heinz Klappoth zeigt sein Können. Eine Tombola wird aufgebaut und für das leibliche Wohl sei ebenfalls gesorgt.

VON MARCO HERTZFELD  

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