Schulleiter Norbert Grewatsch aus dem Dienst verabschiedet

Nach 40 Jahren an der Schule endlich versetzt

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Die Tasche ist gepackt, Blumen schmücken das Direktorenzimmer. Gestern verabschiedete sich Norbert Grewatsch nach 40 Jahren aus dem Schuldienst.

ct/dpa Tangerhütte. Er war 40 Jahre lang an derselben Schule und wurde nun das erste Mal versetzt. Nach 35 Jahren als Leiter der Wilhelm-Wundt-Schule (WWS) nahm Norbert Grewatsch kürzlich Abschied.

Die offizielle Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand, verbunden mit warmherzigen Dankesworten, überbrachte Jürgen Käpernik vom Landesschulamt.

Ein buntes Blumenmeer zierte am Mittwoch das Direktorenzimmer der Gemeinschaftsschule. Schüler und Kollegen verabschiedeten sich von dem Mann, der wie kein anderer die Entwicklung der ältesten Bildungseinrichtung der Stadt prägte und den Weg von der Polytechnischen Oberschule über die Sekundarschule zur heutigen Gemeinschaftsschule aktiv gestaltete. „Ich bin nicht traurig, wenn ich jetzt gehe“, sagte der 64-Jährige. Er wünschte seinen Kollegen weiterhin Spaß an der Arbeit: „Den Kopf oben halten, positiv denken“, so sein letzter Rat als Chef.

1984 war Norbert Grewatsch bei der 75-Jahrfeier seiner Schule frisch gebackener Direktor.

Angefangen hat Grewatsch seine berufliche Laufbahn 1973 mit dem Pädagogikstudium in seiner Heimatstadt Rostock. Mathematik, Physik und Astronomie wollte der heute 64-Jährige schon damals unterrichten. Lehrer sei schon immer sein Traumberuf gewesen, so der Wahl-Tangerhütter. Nach dem Studium verschlug es ihn nach Berlin, doch der Liebe wegen zog es den nun frisch gebackenen Ruheständler in die Altmark. Vor seiner Position als Direktor oblag Grewatsch die Stellvertreter-Position. Vor allem nach dem Ende der DDR gab es damals viel zu tun. Diese Zeit des Wandels hat der ehemalige Direktor als die schönste seines Berufslebens empfunden. „Wir hatten die Möglichkeit, mit den Kollegen selbst etwas zu gestalten“, so der 64-Jährige. „Damals stand die Pädagogik im Mittelpunkt, nicht die Politik.“ Obwohl Grewatsch stets mit Elan für „seine“ Schule bei der Sache war, klingt er heute ernüchtert. Das Schulwesen sei ein Spielball der Landespolitik geworden. Die ständigen neuen Gesetzte, Erlasse und Verordnungen würden eine kontinuierliche pädagogische Arbeit unmöglich machen, klagt er.

Künftig will der gebürtige Rostocker seine pädagogischen Fähigkeiten nur noch seinen vier Enkeln widmen. Viel Zeit werde er in seinem Ferienhaus an der Ostsee verbringen. Ein Wegzug sei aber nicht geplant. Tangerhütte und „seiner Schule“ bleibt er als Vorsitzender des Fördervereins erhalten. Die Funktion der Schulleiterin übernimmt Anke Siebert-Borstell. Gemeinsam mit Grewatsch wurde auch Heidi Thees nach langjähriger Tätigkeit aus dem Schuldienst verabschiedet.

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