Neustart mit Hindernissen

Nach geglücktem Saisonstart bleibt der Wildpark Weißewarte geschlossen

Fred Stoike (l.) und Michael Grupe starteten optimistisch in die neue Saison. Der neue Betreiberverein hatte sich einiges vorgenommen, nun bleibt die Einrichtung vorerst geschlossen.
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Fred Stoike (l.) und Michael Grupe starteten optimistisch in die neue Saison. Der neue Betreiberverein hatte sich einiges vorgenommen, nun bleibt die Einrichtung vorerst geschlossen.

Weißewarte – Die Saison hatte so hoffnungsvoll begonnen. Hunderte Aktive und Fans trafen sich Anfang März zum großen Spendenlauf im Wildpark Weißewarte. Auch sonst standen die Signale auf grün.

Doch jetzt ist auch das größte Naherholungszentrum der Einheitsgemeinde Tangerhütte wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Ein Schlag ins Kontor für das neue Team.

Buntes Getümmel herrschte auf dem Spielplatz, der 2019 zum Frühlingserwachen in Schuss gebracht wurde.

Ein Betreiberverein mit zwölf Mitgliedern, dem Fred Stoike vorsteht, hatte zu Monatsbeginn die Anlage übernommen. Unterstützt wird er vom neu aufgestellten 30-köpfigen Förderverein unter Vorsitz von Michael Grupe. Beide waren optimistisch, was die Zukunft angeht. Schon in der Übergangszeit und in den ersten Tagen konnte vieles erreicht werden. Das Wichtigste: „Die Tiere sind gut versorgt“, sagt der Fördervereinschef. Rund 200 Vier- und gefiederte Zweibeiner zählt er zum Bestand. Zwei Tierpfleger und drei weitere Mitarbeiter haben einen festen Arbeitsplatz gefunden.

Die Parkeisenbahn sollte wieder kleine wie große Besucher befördern.

Hinzu kommen viele ehrenamtliche Helfer, die da sind, wenn man sie braucht. So habe der Arbeitseinsatz Anfang März eine überwältigende Resonanz gefunden, berichtet Grupe. Die Anlage wurde dabei nicht nur vom Winterschmutz befreit. Auch das Empfangshaus wurde neu gestaltet und der Autoscooter in Schuss gebracht. Dass die Weichen für die neue Saison gut gestellt waren, zeigt auch die kleine Parkeisenbahn, die nach längerer Zwangspause mit dem Segen des TÜV nun wieder fährt.

Neue Beschilderungen wurden an den Gehegen angebracht.

Im vergangenen Jahr hatte der einzige Wildpark Sachsen-Anhalts seine wohl größte Krise erlebt. Nach dem optimistischen Jahresbeginn und dem Gewinn des MDR-Wettbewerbs „Frühlingserwachen“, bestimmten Querelen das Bild. Die erst neu eingestellte Leiterin und weitere Mitarbeiter warfen das Handtuch. Die Zukunft war unklar. Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) brachte sogar die Privatisierung ins Gespräch.

Dem schob der Stadtrat einen Riegel vor. Der Wildpark bleibt in kommunaler Hand, so der einhellige Beschluss. Der Betrieb wird nun über den neu gegründeten Verein organisiert. Die Stadt unterstützt die Finanzierung für die kommenden Jahre mit einem fünfstelligen Betrag und bleibt Eigentümerin. Ziel ist es, dass sich die Einrichtung perspektivisch selbst trägt und einen Gewinn erwirtschaftet. Doch nun ziehen wieder dunkle Wolken auf.

VON CHRISTIAN WOHLT

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